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Die eigene Chefin sein?

Neben dem Start in die Selbständigkeit und der Entscheidung die eigene Praxis zu gründen, spielten für Dr. med. Evelyn Hufenbach vor allem Finanzthemen eine große Rolle.

Selbständigkeit
Rechts: Dr. Evelyn Hufenbach Links: Susanne Ouali

Dr. med. Evelyn Hufenbach ist den Weg in die Selbständigkeit gegangen und hat ihre eigene Praxis gegründet. Die MLP Finanzexpertin Susanne Ouali unterstützte die Ärztin in der Organisation der Niederlassung .

Das Interview in Kürze:

  • Welche Motivationsgründe liegen in der Praxisgründung?
  • Wie ist der Spagat zwischen Familie, Praxisgründung und Job zu meistern?
  • Was unterscheidet die Arbeit in der eigenen Praxis von dem Angestelltenverhältnis in der Klinik?

Genau, zum Ende des Studiums vor dem Praktischen Jahr kündigte sich meine Tochter an. Das war super! Ich würde sagen das war taktisch klug, ohne dass man es geplant hatte. Die Zeit in der Schwangerschaft habe ich genutzt, um die Studien für meine Doktorarbeit zu erledigen. Damit hatte ich die Doktorarbeit im Prinzip fast fertig, als ich angefangen habe zu arbeiten.

Das Wichtigste ist Struktur! Sobald es auf das Staatsexamen zugeht, muss man mit oder ohne Kind diszipliniert am Ball bleiben.

Mein Alltag sah ungefähr so aus: Ich habe morgens gelernt, danach mein Kind in den Kindergarten gebracht, danach wieder acht Stunden gelernt, das Kind abgeholt, mein Kind abends ins Bett gebracht und danach weitergelernt. Das sind Zeiten, durch die muss man sich einfach durchbeißen. Aber ansonsten einfach machen.

Also das liegt zum einen an meiner persönlichen Situation. Mein Mann arbeitet ziemlich viel, insbesondere am Wochenende. Mir ging es tastsächlich um mehr Lebensqualität und darum die eigenen Wünsche durchzusetzen.

Jetzt habe ich am Wochenende mehr Lebenszeit mit meiner Familie und ich schlafe jede Nacht im eigenen Bett. Außerdem habe ich ein völlig neues Verhältnis zu meinen Patientinnen aufgebaut – das ist ganz anders in einer Praxis. Es ist viel intensiver, man bekommt viel mehr positives Feedback von den Patientinnen.

Zweiter Punkt: Ich bin mein eigener Chef. Ich hab das erste Mal in meinem Leben ein Büro, in welchem ich mich wohlfühle.

Durch eine gute Freundin, die sich ebenfalls selbständig gemacht hat, bin ich an Frau Ouali, meiner heutigen MLP Beraterin, gekommen.

Es war auch mit der Unterstützung von der Finanzexpertin eine anstrengende Zeit, weil ich parallel arbeiten gegangen bin. Grundsätzlich war die Hilfe von Frau Ouali als Expertin enorm hilfreich. Immerhin bin ich Mediziner durch und durch und überhaupt kein Wirtschaftler. Die Herausforderung bestand nämlich darin, Niederlassung und Gründung so zu gestalten, dass zeitliche und wirtschaftliche Abläufe aufeinander abgestimmt sind und funktionieren. So übernahm meine MLP Beraterin die Organisation des Prozesses der Niederlassung und war damit nicht nur fachliche Hilfestellung, sondern noch viel mehr.

Es gibt Tage, an welchen man denkt, man schafft das alles nicht. Ich glaube das ist bei jedem Firmengründer so. Wenn ich dann bei meinen Patientinnen bin, vergeht dieses Gefühl ganz schnell wieder. Es ist unglaublich wichtig, diese Leidenschaft am Beruf niemals aus den Augen zu verlieren. Sich immer wieder daran zu erinnern, wie viel Glück man hat, dass man diesen Job machen darf. Außerdem hilft es unheimlich, wenn man einen Partner hat, den man auch nachts um drei Uhr wecken kann, wenn man gerade Kopfkino hat. Der einen dann wieder erdet.

Sehr bewusst versuche ich mich jeden Tag daran zu erinnern, wie fantastisch mein Leben eigentlich ist, auch wenn es manchmal anstrengend ist und ich vielleicht mehr arbeite als die durchschnittliche Zwei-Kind-Mutter. Meine Kinder kommen nicht zu kurz. Und am meisten bin ich stolz darüber, was wir bisher geschafft haben.

Man muss ein bisschen mutig sein, vorrangig in finanzieller Hinsicht. Darf sich nicht der Illusion hingeben, dass es bei einem 20h Job bleibt. Früher, und das gebe ich offen zu, dachte ich, in der Praxis ist es entspannter. Aber das ist großer Blödsinn.

Die Arbeit, die man pro Zeiteinheit erledigt, ist kein Vergleich zu dem, was man im Krankenhaus macht. Und man sitzt auch mal am Wochenende oder abends fest. Wenn man ein möglichst entspanntes Leben haben möchte, sollte man da die Finger von lassen. Dann sollte man sich lieber anstellen lassen, sonst wird man damit nicht glücklich.

Es ist ganz anders. In der Klinik gibt es diese unglaublichen Arbeitszeiten. Es ist manchmal schwierig in den 24h-Diensten: Entweder man hat Dauerstress oder man arbeitet so vor sich hin und ist ständig müde. Man hat irgendwann schlechte Laune, wenn man nachts um drei Uhr aufgeweckt wird. Das gibt es alles nicht mehr. Das ist alles definitiv kein Vergleich zur Klinik, aber man muss sich klar sein, wenig Arbeiten wird man in der Praxis auch nicht.

Eine starke Frau steht immer wieder auf, wenn ein Rückschlag passiert. Starke Frauen haben die Fähigkeit, Erkennen zu können, wie schön das Leben ist. Gerade in unserer Praxis haben wir sehr viel mit Frauen zu tun, die in wahnsinnigen Ausnahmesituationen sind. Was ich vorher vielleicht in dem Maße nicht für möglich gehalten hätte, ist diese positive Energie, die aus der Chemotherapie rüber schwappt. Da ist alles voll mit starken Frauen, die ihrer Erkrankung in dem Moment den Kampf angesagt haben und jeden Morgen die Knie durchdrücken, sich durch die Chemo beißen und ein Lächeln im Gesicht haben. Das empfinde ich als sehr stark.

Auch in beruflicher Hinsicht hat man immer wieder Tage, in welchen es nicht nur toll und einfach ist. Ich glaube, die Kunst ist am nächsten Morgen zu sagen: Heute starten wir neu und Augen zu und durch – alles wird gut!


Warum Sie als Frau ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen sollten

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