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Umschuldung

Mit einer Umschuldung Zinsen und Kreditkosten senken

Das Wichtigste zu einer Umschuldung in Kürze

  • Mit einer Umschuldung können Sie Geld sparen, da die Zinsen für einen Kredit deutlich gesunken sind.
  • Fassen Sie alle laufenden Kredite in einem neuen, günstigeren Darlehen zusammen.
  • Vergessen Sie nicht, dass Ihre Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung bei einer Umschuldung für Ihren Kredit verlangen darf.
  • Bei der Entschädigung gelten unterschiedliche Regeln für Ratenkredite und Baufinanzierungen.

Deshalb ist eine Umschuldung sinnvoll

Die Zinsen für einen Kredit waren in den letzten Jahren erheblich gesunken, infolge der Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank kam es aber bereits zum Zinsanstieg. Wurden für einen Ratenkredit über 10.000 Euro mit 60 Monaten Laufzeit vor ein paar Jahren im Schnitt rund 4,6 Prozent Zinsen fällig, sind je nach Bonität aktuell noch unter 4 Prozent möglich. Weiterhin besteht auch noch Sparpotenzial bei Umschuldung einer Immobilienfinanzierung. So zahlten Kreditnehmer vor zehn Jahren für ein Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung durchschnittlich 3,65 Prozent für einen Kredit. Aktuell liegt der bestmögliche Zinssatz bei 3,40 Prozent (80 % Beleihungsauslauf/Stand Ende September 2022).

Mit einer Umschuldung lösen Sie den alten Kredit nach einer gewissen Laufzeit ab und sichern sich eine Finanzierung zu den aktuellen, günstigeren Konditionen. Durch die Umschuldung sparen Sie die Kosten für den unnötig hohen Zinssatz ein – die Rate fällt geringer aus oder Sie tragen die Restschuld bei gleicher Belastung mit einer kürzeren Laufzeit schneller ab. Wir beraten Sie gern individuell und persönlich zu allen Fragen der Umschuldung Ihres Kredits.

Übersicht, wie eine Umschuldung funktioniert

Bei einer Umschuldung nehmen Sie ein neues Darlehen in Höhe der Restschuld Ihres Kredits auf. Die Darlehenssumme dient dazu, die alten Kredite vorzeitig zurückzuzahlen. Sie leisten bei der Umschuldung nur noch eine Rate für die neue Finanzierung und profitieren vom besseren Zinssatz. Einen Haken gibt es bei der Umschuldung allerdings: Weil den Banken durch die vorzeitige Rückzahlung des Kredits Zinseinnahmen entgehen, dürfen sie eine Vorfälligkeitsentschädigung von Ihnen fordern. Wie hoch diese ausfällt, hängt unter anderem von der Art der Finanzierung ab.

Vorfälligkeitsentschädigung bei Verbraucherkrediten

Ratenkredite sind Darlehen, die Verbraucher ohne Hinterlegung einer Sicherheit abschließen. Autofinanzierungen fallen ebenfalls darunter, obwohl die Banken hier den Fahrzeugbrief als Sicherheit behalten. Seit der Umsetzung der EU-Verbraucherrichtlinie gelten für seit dem 11. Juni 2010 abgeschlossene Kredite folgende Regeln:

  • Für Ratenkredite mit einer restlichen Laufzeit von zwölf Monaten und mehr dürfen Banken maximal 1 Prozent der Restschuld als Vorfälligkeitsentschädigung fordern.
  • Beträgt die restlichen Laufzeit weniger als zwölf Monate, sinkt die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung auf 0,5 Prozent.

Übersicht über die Vorfälligkeitsentschädigung bei der Immobilienfinanzierung

Für Hypothekendarlehen gelten bei der Umschuldung andere Regeln. Hier darf die Bank weiter die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung berechnen. Dazu gibt es zwei Wege:

  • Aktiv-aktiv-Methode: Die Bank verleiht das von Ihnen, durch Ihre Umschuldung vorzeitig erhaltene Geld, an einen neuen Kunden. Zahlt dieser weniger Zinsen als Sie bisher, entsteht der Bank ein Schaden. Diesen müssen Sie ausgleichen.
  • Aktiv-passiv-Methode: Diese Variante ist gebräuchlicher. Die Annahme ist, dass die Bank das vorzeitig erhaltene Geld in Wertpapiere steckt. Werfen diese weniger Zinsen ab als Ihr altes Darlehen, ergibt die Differenz die Vorfälligkeitsentschädigung.

Weiterhin fließen die Sondertilgungsmöglichkeiten, das ersparte Kreditausfallrisiko, die eingesparten Verwaltungskosten und Ähnliches in die Kalkulation ein. Möchten Sie eine Baufinanzierung umschulden, lassen Sie die Berechnungen zur Vorfälligkeitsentschädigung unbedingt von einem Fachmann prüfen. Das Verfahren ist kompliziert und fehleranfällig.

Wann dürfen Banken bei der Baufinanzierung eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, wenn Sie eine Umschuldung vornehmen?

Ist bei der Immobilienfinanzierungen die Zinsbindung nicht abgelaufen, sind Sie bei einer Umschuldung verpflichtet, der Bank den Schaden durch entgangene Zinsen zu ersetzen. Haben Sie einen Kredit mit einer Zinsbindung bzw. Laufzeit von mehr als zehn Jahren abgeschlossen, ist eine Kündigung nach Ablauf von zehn Jahren nach vollständiger Auszahlung des Darlehens jederzeit mit einer Frist von sechs Monaten möglich. In diesem Fall wird keine Vorfälligkeitsentschädigung fällig. Baufinanzierungen mit variablem Zinssatz sind immer mit einer Dreimonatsfrist ohne Entschädigung kündbar.

Übersicht, wann sich eine Umschuldung lohnt

Wann es sich auszahlt, ein Darlehen umzuschulden, ist individuell sehr verschieden. Es kommt auf folgende Faktoren an:

  • Höhe der Restschuld bei geplanter Umschuldung
  • Restliche Laufzeit
  • Höhe des Zinssatzes

Einen Ratenkredit umzuschulden, lohnt sich meist, wenn die Restschuld plus Vorfälligkeitsentschädigung 1.000 Euro und die restliche Laufzeit zwölf Monate übersteigen. Das Gros der Banken bietet Kredite mit Mindestdarlehenssummen und -laufzeiten an, die höher ausfallen.

Haben Sie dagegen Ihren Dispo weit ausgereizt, lohnt sich die Umschuldung auf einen Ratenkredit. So profitieren Sie von deutlich günstigeren Zinsen und bauen die Schulden kontrolliert ab.

Baufinanzierung: Umschuldung oder Prolongation?

Wegen der hohen Vorfälligkeitsentschädigung lohnt es sich häufig nicht, Immobiliendarlehen mit Zinsbindung umzuschulden. In diesem Fall gilt es, genau zu rechnen. Eine andere Situation besteht, wenn die Zinsbindung ausläuft und Sie eine Anschlussfinanzierung benötigen. Dann können Sie das Darlehen umschulden oder die Prolongation nutzen. Prolongation bedeutet, dass der Kreditvertrag mit der bisherigen Bank weiterläuft. Lediglich der Zinssatz und die Länge der Zinsbindung werden neu vereinbart. Das ist unkompliziert, denn die Bank sendet ein Angebot zu, das Sie mit einer Unterschrift annehmen können. Allerdings sind die Zinsen meist höher als bei einer Umschuldung auf einen neuen Kredit. Wir prüfen gerne für Sie Ihre Optionen.


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