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Mit einer Umschuldung Zinsen und Kreditkosten senken

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einer Umschuldung können Sie Geld sparen, da die Zinsen deutlich gesunken sind.
  • Fassen Sie alle laufenden Kredite in einem neuen, günstigeren Darlehen zusammen.
  • Vergessen Sie nicht, dass Ihre Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen darf.
  • Bei der Entschädigung gelten unterschiedliche Regeln für Ratenkredite und Baufinanzierungen.

Warum ist eine Umschuldung sinnvoll?

Die Zinsen für Darlehen sind in den letzten Jahren erheblich gesunken. Wurden für einen Ratenkredit über 10.000 Euro mit 60 Monaten Laufzeit vor zwei Jahren im Schnitt rund 4,6 Prozent Zinsen fällig, sind es heute knapp 4 Prozent. Noch deutlicher zeigt sich das Sparpotenzial einer Umschuldung bei der Immobilienfinanzierung. So zahlten Kreditnehmer vor zehn Jahren für ein Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung durchschnittlich 3,65 Prozent, heute fällt weniger als 1 Prozent Zinsen an.

Mit einer Umschuldung lösen Sie den alten Kredit ab und sichern sich eine Finanzierung zu den aktuellen, günstigeren Konditionen. Damit sparen Sie die Kosten für den unnötig hohen Zinssatz ein – die Rate fällt geringer aus oder Sie tragen die Restschuld bei gleicher Belastung schneller ab. Wir beraten Sie gern individuell und persönlich zu allen Fragen der Umschuldung.

Wie funktioniert eine Umschuldung?

Bei einer Umschuldung nehmen Sie ein neues Darlehen in Höhe der Restschuld Ihrer Verbindlichkeiten auf. Die Darlehenssumme dient dazu, die alten Kredite vorzeitig zurück zu bezahlen. Sie leisten nur noch eine Rate für die neue Finanzierung und profitieren vom besseren Zinssatz. Einen Haken gibt es allerdings: Weil den Banken durch die vorzeitige Rückzahlung des Kredits Zinseinnahmen entgehen, dürfen sie eine Vorfälligkeitsentschädigung von Ihnen fordern. Wie hoch diese ausfällt, hängt unter anderem von der Art der Finanzierung ab.

Vorfälligkeitsentschädigung bei Verbraucherkrediten

Ratenkredite sind Darlehen, die Verbraucher ohne Hinterlegung einer Sicherheit abschließen. Autofinanzierungen fallen ebenfalls darunter, obwohl die Banken hier den Fahrzeugbrief als Sicherheit behalten. Seit der Umsetzung der EU-Verbraucherrichtlinie gelten für seit dem 11. Juni 2010 abgeschlossene Kredite folgende Regeln:

  • Für Ratenkredite mit einer Restlaufzeit von zwölf Monaten und mehr dürfen Banken maximal 1 Prozent der Restschuld als Vorfälligkeitsentschädigung fordern.
  • Beträgt die Restlaufzeit weniger als zwölf Monate, sinkt die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung auf 0,5 Prozent.

Vorfälligkeitsentschädigung bei der Immobilienfinanzierung

Für Hypothekendarlehen gelten bei der Umschuldung andere Regeln. Hier darf die Bank weiter die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung berechnen. Dazu gibt es zwei Wege:

  • Aktiv-aktiv-Methode: Die Bank verleiht das von Ihnen vorzeitig erhaltene Geld an einen neuen Kunden. Zahlt dieser weniger Zinsen als Sie bisher, entsteht der Bank ein Schaden. Diesen müssen Sie ausgleichen.
  • Aktiv-passiv-Methode: Diese Variante ist gebräuchlicher. Die Annahme ist, dass die Bank das vorzeitig erhaltene Geld in Wertpapiere steckt. Werfen diese weniger Zinsen ab als Ihr altes Darlehen, ergibt die Differenz die Vorfälligkeitsentschädigung.

Weiterhin fließen die Sondertilgungsmöglichkeiten, das ersparte Kreditausfallrisiko, die eingesparten Verwaltungskosten und Ähnliches in die Kalkulation ein. Möchten Sie eine Baufinanzierung umschulden, lassen Sie die Berechnungen zur Vorfälligkeitsentschädigung unbedingt von einem Fachmann prüfen. Das Verfahren ist kompliziert und fehleranfällig.

Wann dürfen Banken bei der Baufinanzierung eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen?

Ist bei Immobilienfinanzierungen die Zinsbindung nicht abgelaufen, sind Sie bei einer Umschuldung verpflichtet, der Bank den Schaden durch entgangene Zinsen zu ersetzen. Haben Sie einen Kredit mit einer Zinsbindung von mehr als zehn Jahren abgeschlossen, ist eine Kündigung nach Ablauf von zehn Jahren nach vollständiger Auszahlung des Darlehens jederzeit mit einer Frist von sechs Monaten möglich. In diesem Fall wird keine Vorfälligkeitsentschädigung fällig. Baufinanzierungen mit variablem Zinssatz sind immer mit einer Dreimonatsfrist ohne Entschädigung kündbar.

Wann lohnt sich eine Umschuldung?

Wann es sich auszahlt, ein Darlehen umzuschulden, ist individuell sehr verschieden. Es kommt auf folgende Faktoren an:

  • Höhe der Restschuld
  • Restlaufzeit
  • Höhe des Zinssatzes

Einen Ratenkredit umzuschulden, lohnt sich meist, wenn die Restschuld plus Vorfälligkeitsentschädigung 1.000 Euro und die Restlaufzeit zwölf Monate übersteigen. Das Gros der Banken bietet Kredite mit Mindestdarlehenssummen und -laufzeiten an, die höher ausfallen.

Haben Sie dagegen Ihren Dispo weit ausgereizt, lohnt sich die Umschuldung auf einen Ratenkredit. So profitieren Sie von deutlich günstigeren Zinsen und bauen die Schulden kontrolliert ab.

Baufinanzierung: Umschuldung oder Prolongation?

Wegen der hohen Vorfälligkeitsentschädigung lohnt es sich häufig nicht, Immobiliendarlehen mit Zinsbindung umzuschulden. In diesem Fall gilt es, genau zu rechnen. Eine andere Situation besteht, wenn die Zinsbindung ausläuft und Sie eine Anschlussfinanzierung benötigen. Dann können Sie das Darlehen umschulden oder die Prolongation nutzen. Prolongation bedeutet, dass der Kreditvertrag mit der bisherigen Bank weiterläuft. Lediglich der Zinssatz und die Länge der Zinsbindung werden neu vereinbart. Das ist unkompliziert, denn die Bank sendet ein Angebot zu, das Sie mit einer Unterschrift annehmen können. Allerdings sind die Zinsen meist höher als bei einer Umschuldung auf ein neues Darlehen. Wir prüfen gerne für Sie Ihre Optionen.


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