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„Viele Menschen unterschätzen das Einbruchrisiko noch immer“

Der Einbrecherschreck: Harald Schmidt ist Geschäftsführer bei der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart – und einer der gefragtesten Sicherheitsexperten hierzulande.

„Viele Menschen unterschätzen das Einbruchrisiko noch immer“ (iStock)
Interview Harald Schmidt (Harald Schmidt)

Alle drei Minuten steigt in Deutschland ein Einbrecher in Häuser oder Wohnungen ein. Im Schnitt erbeutet er 3.250 Euro. Warum haben Langfinger offenbar immer noch so ein leichtes Spiel?

Viele Menschen sind sich der Gefahr nicht bewusst und vernachlässigen daher den Einbruchschutz. „Bei mir ist doch sowieso nichts zu holen!“ Das ist ein oft genannter Grund hierfür. Was viele Menschen jedoch nicht bedenken: Nicht nur der materielle Schaden, sondern auch dauerhafte psychische Belastungen können schlimme Folgen haben für die Opfer. Denn die Täter dringen in die Privatsphäre ein.
Oft machen es gekippte Fenster, nicht abgeschlossene Wohnungstüren, „Einstiegshilfen“ wie Mülltonnen oder Leitern den Dieben leicht, einzudringen.

Es heißt immer, die absolut einbruchsichere Immobilie gibt es nicht. Aber was ist vorbeugend möglich, um es Tätern zumindest so schwer wie möglich zu machen?

Zunächst geht es darum, sich durch das eigene Verhalten nicht selbst zu gefährden und möglichst sicherheitsbewusst zu agieren (siehe Tipps unten). Allerdings ist es damit allein nicht getan. Erfahrungsgemäß erreicht man erst durch ein aufeinander abgestimmtes Zusammenwirken von Vorsicht, mechanischer und elektronischer Sicherungstechnik und personellen und organisatorischen Maßnahmen – wie Briefkästen während des Urlaubs leeren lassen – einen guten Einbruchschutz.

Spezielle Schlösser, Sicherheitstüren, Alarmanlagen – das alles kostet Geld. Gibt es finanzielle Unterstützung vom Staat?

Bereits seit Juni 2014 fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau im Rahmen bestehender KfW-Produkte zur Barriere-Reduzierung oder zur energetischen Sanierung bauliche Maßnahmen zum Einbruchschutz. Über die Förderprogramme „Altersgerecht Umbauen – Kredit“ und „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss“ gewährt sie Eigentümern und Mietern für Einbruchschutzmaßnahmen zinsgünstige Darlehen bis zu 50.000 Euro ab einem Effektivzins von aktuell 0,75 Prozent oder Zuschüsse von bis zu 1.500 Euro pro Wohneinheit. Die Mittel hat sie jüngst für dieses Jahr noch einmal kräftig aufgestockt.

Wo und von wem können sich Immobilieneigentümer und Mieter beraten lassen?

Für eine kostenlose Beratung sollten sie sich an eine (Kriminal-)Polizeiliche Beratungsstelle wenden. Die Kollegen kommen auch raus und schauen sich Haus und Wohnung an. Speziell für Bauherren und Käufer hält die Polizei zudem ein „Sicherheitspaket“ als übersichtliche Klappkarte bereit. Diese enthält zum einen polizeiliche Empfehlungen für einen wirksamen mechanischen Grundschutz. Zum anderen gibt es Tipps, wie sich dieser mit weiterer Sicherungstechnik wie Einbruchmeldeanlagen oder Anwesenheitssimulationen ergänzen lässt. Diese und weitere Informationen sowie Adressen von Beratungsstellen finden sich zum Beispiel in unserem Angebot unter www.k-einbruch.de.

Wie haben Sie denn Ihr Hab und Gut abgesichert?

Diese Frage ist ein gutes Beispiel dafür, dass man selbst zum Risikofaktor werden kann. Das würde ich nämlich, wenn ich sie detailliert beantworte. Mit der Veröffentlichung von persönlichen Informationen muss man vorsichtig und zurückhaltend sein. Für mich gehört dazu auch, in sozialen Netzwerken oder im Internet weder Hinweise auf getroffenen Sicherungsmaßnahmen noch Abwesenheit von zu Hause zu geben.

Nicht selbst zum Risiko werden

Einbruchschutz fängt beim sicherheitsbewussten Verhalten an. Die wichtigsten Tipps der Polizei:

  • Wenn Sie Ihr Haus verlassen – auch nur für kurze Zeit – schließen Sie unbedingt Ihre Haustür ab!
  • Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren und denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster!
  • Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen. Einbrecher entdecken jedes Versteck!
  • Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus!
  • Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück!
    Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit.

Weitere Informationen

Was, wenn es doch zum Einbruch kam? Dann begrenzt eine Hausratversicherung zumindest die materiellen Schäden – das gilt für den Versicherungsschutz .