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Datum
31.05.2022

Neue KfW Kredite für energieeffizientes Bauen

Der KfW Kredit ist ein wichtiges Mittel zur Unterstützung von Bauherren. Die Förderungen Effizienzhaus-Stufe 40 und 40 Plus sind allerdings bereits wieder ausgelaufen, da die Fördermittel in Höhe von einer Milliarde Euro binnen Rekordgeschwindigkeit abgerufen wurden. Übrig bleiben lediglich Zuschüsse für Häuser mit Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen.

Nachhaltig bauen
(GettyImages/Westend61)

Das Wichtigste in Kürze

  • Privatpersonen können bei der KfW Kredite für besonders energiesparende Neubauten beantragen.
  • Die Anforderungen sind verglichen mit früheren Förderangeboten erheblich gestiegen. Wer die Förderung beanspruchen will, muss höheren Standards entsprechen.
  • Die Fördermöglichkeiten sollen in Zukunft komplett neu aufgestellt werden, um Häuslebauer einerseits besser unterstützen und andererseits die deutschen Nachhaltigkeitsziele erreichen zu können.
  • Experten für Energieeffizienz begrüßen die Neuerungen bei der Förderung, da sie die tatsächliche Nachhaltigkeit der Bauvorhaben stärker in den Fokus rücken.

Energieeffizientes Bauen mit staatlicher Förderung

Egal ob Kauf, Neubau, oder Sanierung – mit einem Förderkredit der KfW erhalten Sie eine finanzielle Förderung für Ihr Bauvorhaben. Am 20. April startete ein neues Förderprogramm für energiesparende Neubauten, das von der Bundesregierung Anfang April vorgestellt wurde. Bei diesem Programm geht es um die Förderung für das sogenannte Effizienzhaus Stufe 40, bei dem lediglich 40 Prozent der Energie verbraucht wird, die ein Standardreferenzhaus benötigt.

Der Ansturm auf die Förderung war jedoch größer als erwartet: Es dauerte nur wenige Stunden, bis die Fördergelder in Höhe von einer Milliarde Euro für die Effizienzhaus-Stufen 40 mit Erneuerbare-Energien-Klasse und 40 Plus aufgebraucht waren. Die Folge: Seit dem 20. April gibt es die EH-40-Förderung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) nur noch in Kombination mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG).

Welche Förderungen sind noch möglich?

Aktuell können Sie ausschließlich eine Förderung für das Effizienzhaus Stufe 40 im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Kombination mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) beantragen.

Was ist das Qualitätssiegel?
Seit 2021 ist das „Qualitätssiegel nachhaltiges Gebäude“ ein bisher optionaler Teil der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Für die Beantragung einer Neubauförderung ist dieses Siegel nun verpflichtend.

Allgemein gilt die Bundesförderung für effiziente Gebäude bei der KfW für alle Wohngebäude, z. B. für Eigentumswohnungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser oder Wohnheime sowie für alle Nichtwohngebäude, z. B. für Gewerbegebäude, kommunale Gebäude oder Krankenhäuser

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Die Anforderungen sind im Vergleich zu früher gestiegen

Grundsätzlich sind die Auflagen für die Beantragung des Förderprogramms bedeutend höher als für das ehemalige KfW-Förderprogramm. Seitens der Energieberatung wird dies positiv bewertet, denn die damalige Förderung wurde beinahe inflationär vergeben. Häuslebauer nahmen die Zuschüsse als finanzielle Ergänzung gerne an.

Mit seinen Anforderungen stellt der Staat sicher, klimafreundliches Bauen zu fördern. Robert Habeck, deutscher Bundeswirtschaftsminister, plant, bis zum Jahr 2045 emissionsneutral zu werden und den CO₂-Ausstoß auf null zu reduzieren.

Mit der Förderung durch KfW-Kredite soll somit die tatsächliche Energieeffizienz im Bereich des privaten Hausbaus angestoßen werden. Es handelt sich hierbei nicht um einen Kredit, der generell als Bauunterstützung und zur Förderung des Eigenbaus genutzt werden kann. Nur, wenn sich die künftige Energieeffizienz nachweisen lässt, wird der Kredit auch gewährt.

Förderungen als Anreiz für klimafreundliches Bauen

Damit Deutschland seine festgelegten Klimaziele bis 2030 erreichen kann, muss auch im Bereich des Bausektors der Faktor Nachhaltigkeit stärker beachtet werden. Für gewerbliche und private Bauvorhaben spielen dabei besonders Förderungen zum nachhaltigen Bauen eine wichtige Rolle. Die Mehrkosten, die die Berücksichtigung nachhaltiger Baumaßnahmen mit sich bringt, können durch Förderungen aufgefangen werden. Nachhaltige Bauweisen werden so attraktiver gegenüber anderen Methoden, da der finanzielle Faktor bei der Entscheidung in den Hintergrund rücken kann.

Zudem entscheiden sich viele Menschen ohne finanziellen Druck aufgrund ihrer eigenen Lebenseinstellungen oftmals von selbst für nachhaltige Energieversorgungen und ökologisch verantwortungsvoll ausgewählte Materialien. Der finanzielle Anreiz überzeugt meist Unentschlossene.

Fazit: Zuschüsse nur noch für Häuser mit Qualitätssiegel

Klimafreundliches Bauen bleibt ein wichtiger Faktor, dessen finanzielle Förderung möglich ist und weiterhin möglich sein muss. Auch wenn die Förderung durch die KfW für energieeffizientes Bauen aktuell zum Teil möglich ist, gab es Anfang des Jahres 2022 als auch im April aufgrund der schnellen Erschöpfung der vorhandenen Gelder einen großen Schock für Bauherren. Aktuell (Stand: 30. Mai) gibt es die EH-40-Förderung nur noch in Kombination mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG).

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