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Datum
08.11.2017

Einfach mal: Abschalten!

Permanent online und erreichbar. Die Folge sind immer öfter Stress und Überlastung. Das muss nicht sein: Einfache Regeln für Job und Alltag können helfen.

Abschalten im Alltag (iStock)

Digitale Begleiter sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Schon beim Frühstück werden Mails, Nachrichten und Termine gecheckt, wird gelesen, gepostet und gechattet. Für nicht wenige Menschen geht es so weiter bis zum Schlafengehen. In Zahlen: Knapp drei Stunden nutzen wir einer Studie der Universität Bonn zufolge im Schnitt täglich allein unser Smartphone. Alle 18 Minuten aktivieren wir es, um beispielsweise Mails oder Nachrichten zu lesen oder eine App zu nutzen. Die permanente Erreichbarkeit und – was wirklich dauerhaft belasten kann – die fehlende Abgrenzung zwischen Beruf und Privatleben stresst viele Menschen. Die Work-Life-Balance kippt dadurch. Viele Arbeitnehmer meinen, sie müssten rund um die Uhr für den Chef ansprechbar sein, häufig weil sie es annehmen oder eben klare Regelungen in Unternehmen fehlen.

Sich konzentrieren können

Eine Entwicklung, die auch der Bonner Informatik-Professor und Buchautor („Digitaler Burnout“) Alexander Markowetz beobachtet. Mit gravierenden Folgen für Konzentration und Produktivität: „Die digitale Welt führt dazu, dass wir unsere Aufmerksamkeit zerhackstückeln.“ Wir lassen uns ständig aus unserem Tun und Denken herausreißen und verlernen durch die vielen Unterbrechungen langsam, aber sicher, uns auf eine einzige Sache zu konzentrieren. „Ein Zustand, der uns nicht nur unproduktiv, sondern auch unglücklich macht“, so Markowetz.

So kann Abschalten gelingen:

Gehen Sie auf digitale Diät, etwa indem Sie bewusst zwischen Weihnachten und Neujahr offline bleiben. Angesagt ist auch das Smartphone-Fasten: Über ein, zwei Wochen oder vielleicht während der klassischen Fastenzeit zwischen Karneval und Ostern wird bewusst auf digitale Begleiter verzichtet. Wer es weniger komprimiert mag, schaltet am Wochenende (oder anfangs nur sonntags) die Geräte aus oder lässt sie nach Möglichkeit zum Feierabend einfach in der Büro-Schublade liegen.

Damit das Abschalten gelingt, sollten Angestellte vor Ferienantritt einen Stellvertreter benennen und ihn ausführlich über laufende Projekte und Aufgaben informieren. Bei Führungskräften muss die Urlaubsvertretung wissen, wie ihr Entscheidungsspielraum aussieht – und wer in dringenden Fällen zuständig ist. Steht der Kontakt zur Vertretung in der Abwesenheitsnotiz des Mail-Kontos, können Sie ungestört Meer oder Berge genießen.

Menschen sitzen im Restaurant oder in der Bar nebeneinander – und jeder ist nur mit seinem Smartphone beschäftigt. „Wir brauchen neue Umgangsformen“, sagt Alexander Markowetz, „auch um unserem Nachwuchs ein Vorbild zu sein.“ Daher: Handy aus oder zumindest lautlos, wenn wir mit Freunden etwas unternehmen oder zu Hause am Esstisch sitzen.

Besonders die junge Generation, die „Digital Natives“, kennen den Offline-Zustand gar nicht mehr. Eltern können versuchen, ihren Kindern möglichst viele positive Offline-Erlebnisse zu verschaffen – am besten gemeinsam. Außerdem helfen kollektive Regelungen von Schulen und Eltern: handyfreie Zonen beispielsweise oder auch eine Verabredung im Klassenverband, dass alle ihre Handys ab 20 Uhr abschalten.

Apps wie „Offtime“ helfen, die eigene Handynutzung zu reflektieren und digitale Auszeiten in Berufsleben und Freizeit zu schaffen. Der Nutzer entscheidet mit der App, welche Anrufe und Nachrichten noch durchdringen dürfen, indem er beispielsweise einzelne Anwendungen gezielt für einen selbst festgelegten Zeitraum blockieren kann.