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Datum
05.06.2018

Mehr Freiheit im Job

Flexibles Arbeiten, zunehmende Eigenverantwortung – immer mehr Menschen erhalten größeren Freiraum, um sich Zeit und Projektarbeit einzuteilen. Unsere Tipps: Wie Angestellte und Vorgesetzte diese Chancen am besten nutzen.

. (alvarez / iStock)

Flache Hierarchien, die Arbeit erledigen, wann und wo man will, Gestalter sein. So sieht für viele heute das Bild von der schönen neuen Arbeitswelt aus. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die Übernahme von Verantwortung, flexibles Arbeiten und ein kreatives Umfeld für Mitarbeiter den gleichen Stellenwert bei der Jobsuche hat wie Karrierechancen oder Vergütung. Und dank moderner Technik ist es auch längst kein Problem mehr, zu Hause, im Café oder im Zug zu arbeiten.

Personalverantwortliche spüren den Wandel. Ging es in Vorstellungsgesprächen vor 20 Jahren noch vornehmlich um Jobinhalte und Gehalt, fragen die Bewerber heute verstärkt nach der Unternehmenskultur, den Werten und dem Miteinander. Immer mehr Firmen betonen folglich auch in Stellenanzeigen und auf ihren Karriereseiten die mögliche Eigenverantwortung im Job und trainieren ihre Führungskräfte in Sachen freiheitliches Arbeiten.

Doch ganz so einfach ist es gar nicht, Freiheit auch wirklich zu nutzen und zu leben. Sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte müssen damit umgehen können – sonst kann diese Arbeitsweise zur Belastung werden.

Tipps für Mitarbeiter:

  • Schritt für Schritt: Vom Controller zum Finanzvorstand? Das wäre ein bisschen plötzlich. Mitarbeiter sollten die Verantwortung im Job kontinuierlich ausbauen. Das heißt aber auch, dass sie sie aktiv einfordern – und zeigen, dass sie sie durch den Einsatz von Fähigkeiten und Ressourcen sinnvoll managen können.
  • Verantwortung tragen können: Mehr Eigenverantwortung bedeutet auch, selbstbewusst und innerlich unabhängig genug sein. Man muss Entscheidungen auch wirklich treffen wollen. Die gute Nachricht: Man kann regelrecht lernen, Entscheidungen zu treffen. Verschiedene Managementmethoden stehen zur Verfügung. Oft geht es dabei vor allem darum, komplexe Sachverhalte einfacher zu machen, seine Gedanken zu ordnen oder die wichtigen Infos zusammenzutragen.
  • Den Blick weiten: Damit das Modell Freiheit funktioniert, müssen Mitarbeiter zudem das große Ganze im Unternehmen sehen und die eigene Arbeit dort einordnen können.
  • Mit Fehlentscheidungen leben können: Wer mehr Einfluss hat, kann auch mehr falsch machen. Geht wirklich etwas daneben, sollte man aber nicht in die Rechtfertigungsfalle laufen und zu erläutern, warum man nicht schuld ist. Besser ist es, dem Chef die Motive für sein Handeln zu erklären. So zeigt der Arbeitnehmer, dass er seine Verantwortung ernst nimmt. Im Übrigen: Aus Fehlern kann man lernen.
  • Sich selbst managen können: Wer zum Beispiel im Home-Office arbeitet, hat keine soziale Kontrolle durch Chef oder Kollegen. Also: Selbst Prioritäten setzen, Zeitmanagement beherrschen und sich auch Pausen verordnen.
  • Kommunikation ist das A und O: Wer nicht im gleichen Gebäude sitzt wie Vorgesetzte oder Kollegen, muss darüber hinaus konsequent kommunizieren: Woran arbeite ich? Was brauche ich für meine Arbeit? Wie viele Kapazitäten habe ich noch? Wann und wie bin ich für meine Kollegen erreichbar?
  • Im Zweifel – Notbremse ziehen: Wer merkt, dass er mit allzu viel Freiheit am Arbeitsplatz nicht zurecht kommt, muss das ernst nehmen. Das ist kein Versagen. Hat er herausgefunden, was ihn stresst, kann er dort ansetzen und ein Gegengewicht aufbauen. Vielleicht hilft es schon, die eigenen Ansprüche herunterschrauben oder zu üben, auch aus Fehler direkt zu lernen. Andere müssen vielleicht Arbeit und Privates besser voneinander abgrenzen.

Tipps für Führungskräfte:

  • Loslassen können: Übernimmt der Mitarbeiter mehr Verantwortung und entscheidet er selbst mehr, wann und wo er arbeitet, muss die Führungskraft vor allem lernen, das zuzulassen.
  • Rolle ändern: Der Vorgesetzte muss akzeptieren, dass er weniger der Vorgebende ist. Er muss vielmehr Beobachter und Moderator werden. Er muss vor allem die richtigen Leute für ein Projekt zusammenbringen und ihnen Steine aus dem Weg rollen.
  • Fehler- und Vertrauenskultur aufbauen: Soll freiheitliches Arbeiten gelingen, müssen sich die Mitarbeiter das auch trauen dürfen. Der Führungskraft muss also gelingen, Vertrauen aufzubauen und Fehler, die das Team weiterbringen, auch zuzulassen. Es darf dann nicht in erster Linie darum gehen, jemandem die Schuld zuzuweisen, sondern offen mit Fehlern umzugehen und daraus zu lernen. Das müssen Chefs vorleben.
  • Team stärken: Gerade wenn einzelne Mitarbeiter im Home-Office arbeiten, ist es schwieriger, Teamgefühl dennoch aufrecht zu erhalten. Gemeinsame Meetings – ob persönlich oder per Videochat – sind wichtig.
  • Orientierung bieten: Ganz zentral ist zudem, den einzelnen Mitarbeiter Orientierung zu bieten. Der Chef muss ihnen also das Ziel und die Vision hinter ihren Projekten aufzeigen können.