Wer bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen oder zumindest begonnen hat und sich nun vollständig neu orientieren möchte, kann eine Umschulung in Betracht ziehen. Im Gegensatz zur Erstausbildung oder zur begleitenden Weiterbildung setzt eine Umschulung eine berufliche Vorgeschichte voraus und zielt auf einen vollständigen Berufsumstieg ab.
Typische Gründe für eine Umschulung sind gesundheitliche Einschränkungen, die die Ausübung des bisherigen Jobs erschweren, ein längerer Arbeitsausfall oder der drohende Verlust der Stelle durch technischen Wandel . Auch langjährige Unzufriedenheit mit dem erlernten Beruf oder der Wunsch nach einem Neuanfang können ein Auslöser sein.
Trotz aller Aufbruchsstimmung lohnt sich eine sorgfältige Vorbereitung: Prüfen Sie die Inhalte des angestrebten Berufsfeldes, informieren Sie sich über Ausbildungsanforderungen und klären Sie frühzeitig, welche Förderungsmöglichkeiten für Ihre persönliche Situation infrage kommen.
Je nach Ausgangssituation stehen Ihnen verschiedene Wege für eine Umschulung offen. Entscheidend sind die Ursache des Berufsumstiegs, Ihre persönliche Lebenssituation sowie die verfügbaren Fördermittel. Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Varianten vor.
Die häufigste Form ist die geförderte Umschulung über die Bundesagentur für Arbeit. Wer arbeitslos ist oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann über die Arbeitsagentur einen Bildungsgutschein beantragen. Mit diesem Gutschein übernimmt die Agentur die Lehrgangskosten bei einem zugelassenen Bildungsträger – vorausgesetzt, die Umschulung führt in einen Beruf mit guten Vermittlungschancen.
Bereits bestehende berufliche Vorkenntnisse oder nachgewiesenes Engagement für das neue Berufsfeld können die Erfolgsaussichten bei der Beantragung verbessern. Es gilt: Die Arbeitsagentur entscheidet stets nach Einzelfall.
Wer seinen bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, hat häufig besonders gute Chancen auf eine Förderung. In diesen Fällen kommen neben der Arbeitsagentur auch die Deutsche Rentenversicherung oder Berufsgenossenschaften als Kostenträger infrage. Ziel ist die berufliche Wiedereingliederung in eine Tätigkeit, die den körperlichen Möglichkeiten der Person entspricht.
Wichtig: Liegen medizinische Gutachten oder ärztliche Atteste vor, die die Einschränkung belegen, sollten diese frühzeitig in den Antragsprozess eingebracht werden.
Nicht jede Umschulung erfordert eine Vollzeitmaßnahme. In bestimmten Berufsfeldern ist es möglich, die Umschulung berufsbegleitend zu absolvieren – also parallel zur aktuellen Beschäftigung. Diese Variante ist besonders für Personen interessant, die bereits erste Schritte in einem neuen Berufsfeld gemacht haben oder ihren Lebensunterhalt während der Qualifizierung nicht unterbrechen können.
Allerdings erfordert eine berufsbegleitende Umschulung ein hohes Maß an Eigeninitiative und Disziplin und wird in der Regel nicht über einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur gefördert.
Eine Umschulung ist eine weitreichende Entscheidung – finanziell und beruflich. Lassen Sie sich dabei nicht allein. Ihre MLP Beraterin oder Ihr MLP Berater unterstützt Sie dabei, Ihren Berufsumstieg finanziell abzusichern und langfristig gut aufgestellt zu sein.
Nicht jede Umschulung wird automatisch gefördert. Ob und in welchem Umfang eine Förderung gewährt wird, hängt von Ihrer persönlichen Situation, dem gewählten Berufsfeld und den Möglichkeiten des zuständigen Leistungsträgers ab. Folgende Aspekte sind besonders relevant:
Wer eine Umschulung über die Arbeitsagentur finanzieren möchte, beantragt zunächst einen Bildungsgutschein bei der zuständigen Arbeitsvermittlerin oder dem Arbeitsvermittler. Dieser Gutschein berechtigt zur kostenlosen Teilnahme an einer Umschulungsmaßnahme bei einem zugelassenen Bildungsträger.
Grundvoraussetzungen für die Förderung durch die Arbeitsagentur sind:
Zusätzlich können Fahrtkosten, Lehrmitten und Kinderbetreuungskosten über Fördermittel abgedeckt werden.
Die Kosten einer Umschulung variieren je nach Branche und Bildungsträger. Als grobe Orientierung gilt: Ein Lehrgang kostet etwa 500 Euro pro Monat, hinzu kommen Lebenshaltungskosten während der Maßnahme. Wer gefördert wird, muss diese Kosten in der Regel nicht selbst tragen.
Neben der Arbeitsagentur können je nach Situation weitere Stellen die Kosten übernehmen – darunter die Rentenversicherung, Berufsgenossenschaften oder das Jobcenter. Auch das Berufsförderungswerk oder Transfergesellschaften bieten in bestimmten Fällen Unterstützung an.
Entscheidend für den Erfolg einer Umschulung ist nicht nur die Förderung, sondern auch die Wahl des richtigen Berufsfeldes. Beliebte Umschulungsberufe zeichnen sich dadurch aus, dass in der jeweiligen Branche ein Fachkräftemangel herrscht oder die Beschäftigungsaussichten besonders gut sind – etwa in der IT, der Pflege, dem Handwerk oder der Logistik.
Prüfen Sie im Vorfeld nicht nur die Inhalte und Anforderungen des neuen Jobs, sondern auch die Verfügbarkeit offener Stellen. Eine Umschulung ohne realistische Jobperspektive wird in der Regel nicht gefördert. Ein sechsmonatiges Praktikum, das häufig zur Umschulung gehört, bietet außerdem die Chance, bei einem potenziellen Arbeitgeber frühzeitig einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Ob Bildungsgutschein, Rentenversicherung oder individuelle Förderprogramme: Die richtige Finanzierungsstrategie für Ihre Umschulung erfordert eine genaue Kenntnis Ihrer Ausgangssituation. Ihre MLP Beraterin oder Ihr MLP Berater begleitet Sie auf dem Weg in Ihren neuen Beruf – von der finanziellen Absicherung bis zur langfristigen Karriereplanung. Vereinbaren Sie jetzt einen persönlichen Termin.
Eine Umschulung kann der entscheidende Schritt sein, um aus einer beruflichen Sackgasse herauszukommen – sei es nach einer Krankheit, längerer Arbeitslosigkeit oder anhaltender Unzufriedenheit im Job. Die in der Regel zweijährige Maßnahme schließt mit einer anerkannten IHK- oder HWK-Prüfung ab und kann unter bestimmten Voraussetzungen von der Arbeitsagentur oder anderen Trägern gefördert werden.
Wer frühzeitig Initiative ergreift, das passende Berufsfeld sorgfältig auswählt und Vorkenntnisse mitbringt, verbessert nicht nur seine Chancen auf eine Förderung, sondern legt auch den Grundstein für einen erfolgreichen Neustart. Das Praktikum, das meist zur Umschulung gehört, bietet zudem eine wertvolle Gelegenheit, den Fuß in die Tür eines neuen Arbeitgebers zu setzen.
Eine Weiterbildung vertieft oder erweitert vorhandene Kenntnisse im gleichen Berufsfeld. Eine Umschulung hingegen ist auf einen vollständigen Berufsumstieg ausgerichtet: Sie erlernen einen neuen Beruf von Grund auf und schließen mit einer anerkannten Prüfung ab. Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass bereits eine Berufsausbildung begonnen wurde.
Die meisten Umschulungen dauern 24 Monate. Da Auszubildende im Vergleich zu Berufsanfängern bereits allgemeine Qualifikationen und Berufserfahrung mitbringen, ist die Umschulungszeit in der Regel kürzer als eine reguläre Erstausbildung. Abhängig vom Berufsfeld und Bildungsträger kann die Dauer variieren.
Die Lehrgangskosten betragen häufig rund 500 Euro pro Monat. Hinzu kommen Kosten für Fahrt, Lehrmittel und Lebensunterhalt. Wird die Umschulung über die Arbeitsagentur gefördert, übernimmt diese in der Regel die Lehrgangskosten sowie gegebenenfalls weitere Nebenkosten. Ohne Förderung müssen Sie die Kosten selbst oder über andere Träger finanzieren.
Wenden Sie sich an Ihre zuständige Arbeitsvermittlerin oder Ihren Arbeitsvermittler bei der Agentur für Arbeit und schildern Sie Ihre Situation. Gemeinsam prüfen Sie, ob ein Bildungsgutschein ausgestellt werden kann. Dieser berechtigt Sie, die Umschulung bei einem zugelassenen Bildungsträger zu starten. Je konkreter Sie Ihren Wunschberuf und die Jobperspektiven belegen können, desto besser sind Ihre Chancen auf eine Förderung.