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Eine Person schaut sich am Handy die Wertentwicklung ihres Anleihen-ETFs an.

Anleihen-ETF: Chancen und Risiken im Überblick

Das sollten Sie als Anleger über Anleihen-ETFs wissen

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Kurz & kompakt: Alles zu Anleihen-ETFs auf einen Blick

  • Definition: Anleihen-ETFs sind börsengehandelte Fonds, die in viele verschiedene Anleihen investieren. Bei einer passiven Anlagestrategie bilden sie die Wertentwicklung eines Anleihenindex nach.
  • Anleihen: Anleihen sind Wertpapiere, die von einem Emittenten – z. B. einem Staat oder einem Unternehmen – herausgegeben werden. Als Anlegerin bzw. Anleger leihen Sie diesem Emittenten Geld und erhalten im Gegenzug Zinsen und am Ende der vereinbarten Laufzeit den Nennwert der Anleihe zurück.
  • Unterschied Anleihen vs. Anleihen-ETF: Eine Anleihe ist ein einzelnes Wertpapier, während ein Anleihen-ETF in viele verschiedene Anleihen investiert und so das Risiko streut. Bei einzelnen Anleihen erhalten Sie als Anlegerin bzw. Anleger die Zinsen, bei einem Anleihen-ETF hängt ihre Rendite von der Wertentwicklung des ETFs ab.
  • Rendite und Risiko: Anleihen-ETFs gelten als risikoarme Geldanlage. Ihre Rendite und ihr Risiko sind aber von mehreren Faktoren abhängig wie der Bonität des Emittenten, der Restlaufzeit, der Anleihenart und möglichen Zinsschwankungen.

Was sind Anleihen-ETFs?

Ein Anleihen-ETF ist ein Fonds , der mit seinem Vermögen in der Regel einen bestimmten Index nachbildet. Durch das Nachbilden der Indizes ist der damit verbundene Verwaltungsaufwand im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds wesentlich geringer, was sich dann in der Regel auf der Kostenseite positiv für Anlegende auswirken kann. Die Fondsanteile eines Anleihen-ETF können über die Börse oder direkt mit der Kapitalverwaltungsgesellschaft gehandelt werden. Anleihen-ETFs werden dabei auch Bond-ETF (Bond ist englisch für Anleihe) oder Renten-ETF genannt.

Unterschied Anleihen-ETF vs. Anleihen

Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere in Form von Schuldverschreibungen. Beim Kauf einer Anleihe leihen Sie einem Emittenten – etwa einem Staat, Unternehmen oder einer Bank – Kapital für einen bestimmten Zeitraum. Im Gegenzug erhalten Sie in der Regel jährlich feste Zinsen (sogenannte Kupons) und am Ende der Laufzeit die Rückzahlung des investierten Betrags (Nennwert). Während der Laufzeit bleibt dieser Zinssatz konstant, unabhängig davon, wie sich das allgemeine Zinsniveau verändert. Anleihen können an der Börse gehandelt werden. Dadurch besteht die Möglichkeit, sie auch vor Laufzeitende zu verkaufen, allerdings zu einem vom Markt bestimmten Kurs, der schwanken kann. Die Bonität des Emittenten, also dessen Zahlungsfähigkeit, spielt dabei eine zentrale Rolle. Eine hohe Bonität bedeutet in der Regel ein geringeres Risiko und umgekehrt.

Bei einem Anleihen-ETF ist das anders: Der ETF selbst hat keine feste Laufzeit. Die in ihm enthaltenen Anleihen werden regelmäßig durch neue ersetzt, z. B. wenn ihre Laufzeit endet oder sie aus dem Index genommen werden, den der Anleihen-ETF nachbildet. Gekauft und verkauft werden die Anleihen dabei jeweils zum aktuellen Börsenwert. Dieser ist auch für Sie als Anlegerin bzw. Anleger entscheidend: Möchten Sie Anteile am Anleihen-ETF verkaufen, erfolgt der Verkauf zum aktuellen Börsenkurs.

Sie erzielen Erträge bei einem Anleihen-ETF also durch Zinszahlungen innerhalb des ETFs sowie Kurssteigerungen der enthaltenen Anleihen. Ihre tatsächliche Rendite hängt dementsprechend von den Entwicklungen an der Börse ab.

Sie überlegen, ob Sie in einzelne Anleihen oder in einen Anleihen-ETF investieren sollten? Unsere MLP Beraterinnen und Berater unterstützen Sie mit dem MLP Vermögensmanagement dabei, die richtigen Entscheidungen für Ihren langfristigen Vermögensaufbau zu treffen.

Eine Person überlegt am Laptop, wie genau ein Anleihen-ETF funktioniert.

Wie funktionieren Anleihen-ETFs?

Anleihen-ETFs ermöglichen es, in eine Vielzahl von Anleihen gleichzeitig zu investieren, ohne diese einzeln auswählen zu müssen. Die zugrunde liegende Idee: Der ETF übernimmt automatisiert die Zusammensetzung eines zuvor definierten Marktsegments – etwa nach Regionen, Laufzeiten, Währungen oder Emittententypen.

Dadurch verändert sich das Portfolio des ETFs regelmäßig, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Marktes ändert, etwa durch Fälligkeiten, Neuemissionen oder geänderte Gewichtungen. Dieser automatische Anpassungsmechanismus sorgt dafür, dass Anlegende immer ein aktuelles, marktabbildendes Portfolio halten, ganz ohne aktives Eingreifen.

Die Kursentwicklung des ETFs spiegelt dann die Gesamtentwicklung des abgebildeten Anleihenmarkts wider. Gewinne entstehen durch Kursveränderungen im Anleihenmarkt sowie durch laufende Zinszahlungen, die je nach Fondsstruktur im Anleihen-ETF gesammelt oder ausgeschüttet werden können.

Was ist der Unterschied zu einem Rentenfonds?

Ein Rentenfonds (Anleihenfonds) ist eine Form des Investmentfonds. Im Unterschied zum Anleihen-ETF wird ein Anleihenfonds aktiv gemanagt: Ein Fondsmanager wählt gezielt Anleihen aus und kauft bzw. verkauft sie. Ziel eines Rentenfonds ist es in der Regel, eine bestimmte Rendite zu erzielen oder zu übertreffen – häufig in Bezug auf einen Vergleichsindex. Gleichzeitig sollen durch breite Streuung Kursschwankungen begrenzt und Verlustrisiken reduziert werden. Im Vergleich zu einem Anleihen-ETF, der einen Index passiv nachbildet, ist der Verwaltungsaufwand eines aktiv gemanagten Rentenfonds deutlich höher. Das zeigt sich auch in den laufenden Kosten, die entsprechend höher ausfallen können. Dafür bietet ein Rentenfonds die Chance, durch aktives Management eine bessere Wertentwicklung zu erzielen als ein passiver ETF, insbesondere in schwierigen Marktphasen.

Welche Arten von Anleihen-ETFs gibt es?

Möchten Sie in einen Anleihen-ETF investieren, haben Sie verschiedene Arten zur Auswahl. Zu den bekanntesten gehören Staatsanleihen-ETFs, Unternehmensanleihen-ETFs und Bundesanleihen-ETFs als Sonderform der Staatsanleihen-ETFs.

Staatsanleihen-ETFs investieren in Anleihen, die von Ländern herausgegeben werden. Beispiele sind etwa ETFs auf US-Staatsanleihen, Anleihen der Eurozone oder Staatsanleihen aus Schwellenländern. Die Länder, die die Anleihen herausgeben, können sich dadurch Kapital für Investitionen beschaffen. In der Regel gelten Staatsanleihen als relativ sichere Geldanlage, insbesondere wenn es sich um Anleihen starker Industrienationen handelt. Grundsätzlich richtet sich die Sicherheit aber nach der Finanzkraft (Bonität) des Landes und ist daher bei Schwellenländern und Entwicklungsländern geringer.

Bundesanleihen-ETFs sind eine Sonderform der Staatsanleihen-ETFs – denn sie investieren ausschließlich in Anleihen des deutschen Staates. Da Deutschland eine sehr hohe Bonität besitzt, haben Bundesanleihen einen guten Ruf und gelten als besonders risikoarm. Eine gute Kreditwürdigkeit bedeutet jedoch auch geringe Zinsen, da das Risiko nicht sehr hoch ist.

Unternehmensanleihen-ETFs investieren in Anleihen, die von Unternehmen herausgegeben werden. Auch hier gilt wieder, dass die Erträge, die Sie mit diesen Anleihen erzielen können, von der Bonität des Emittenten abhängen: Eine gute Kreditwürdigkeit bedeutet mehr Sicherheit, dafür aber auch weniger Zinsen, während höhere Renditen meist mit einem höheren Risiko einhergehen. Auch die Laufzeit der einzelnen Unternehmensanleihen beeinflusst die Rendite: Je länger die Laufzeit, desto höher sind in der Regel die Zinsen.

Sie möchten in einen Anleihen-ETF investieren?

Sie interessieren sich für Anleihen-ETFs und möchten wissen, ob diese für Ihre persönliche Anlagestrategie das richtige sind? Dann lassen Sie sich gern individuell beraten – transparent, verständlich und mit Blick auf Ihre Zukunft.

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Zwei Personen schauen auf Handy und Laptop und vergleichen Rendite und Risiko ihrer Anleihen-ETFs.

Rendite und Risiko bei Anleihen-ETFs

Anlegerinnen und Anleger nehmen Anleihen-ETFs meist als Sicherheitsbaustein in ihr Portfolio auf und weniger im Hinblick auf hohe Renditen. Doch auch wenn Anleihen-ETFs als vergleichsweise sichere Geldanlage gelten, sind sie nicht ohne Risiken. Bevor wir uns diese Risiken genauer anschauen, werfen wir einen Blick darauf, wie Anleihen-ETFs Renditen erzielen.

Wie erzielt ein Anleihen-ETF seine Rendite?

Die Rendite eines Anleihen-ETFs ergibt sich grundsätzlich auf zwei Arten:

  • Zinszahlungen: Die Zinsen zahlt der Emittent im Gegenzug für die Leihe des Kapitals. Während die Zinszahlungen bei Einzelanleihen direkt an den Anlegenden ausgezahlt werden, fließen sie bei Anleihen-ETFs erstmal in das Fondsvermögen und können dann als Fondsausschüttung an die Anlegenden fließen. Hier ist zu beachten, dass sowohl die Zinsen, als auch die Fondsausschüttungen als Kapitalerträge steuerpflichtige Einnahmen darstellen.
  • Kursgewinne an der Börse: Veränderungen im Zinsniveau, der gesamtwirtschaftlichen Situation oder Bonität der Emittenten haben Einfluss auf die Anleihenkurse im allgemeinen und so auch auf die Wertentwicklung innerhalb des Anleihen-ETFs. So können bei fallenden Zinsen die Kurse von gehaltenen Anleihen, der Verbesserung der wirtschaftlichen Gesamtsituation oder der Verbesserung der Bonität der Emittenten zu Kursanstiegen führen. Durch Verkauf der Fondsanteile können Anlegende diese Kursgewinne dann realisieren. Hier ist zu beachten, dass die realisierten Kursgewinne auch zu den Kapitalerträgen zählen und somit in Deutschland steuerpflichte Einkünfte darstellen.

Gut zu wissen: Wenn ein Anleihen-ETF die innerhalb des Fondsvermögens realisierten Zinsen und Kursgewinne (dies kann nur bei Veränderung des zugrundegelegten Indizes vorkommen) oder die vereinnahmten Zinszahlungen aus den Anleihen nicht in Form von Ausschüttungen an die Anteilseigner ausschüttet, spricht man von einem thesaurierenden ETF. In diesem Fall entsteht ein Zinseszinseffekt, der vor allem beim langfristigen Vermögensaufbau unterstützend wirken kann.

Wie hoch sind die Renditen bei Anleihen-ETFs?

Sollten Sie sich fragen, wie hoch die Renditen bei Anleihen-ETFs sind, lässt sich dies leider nicht pauschal beantworten – denn das hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Zinsen
  • Eventuelle Kursgewinne
  • Laufzeit
  • Bonität des Emittenten

Auch die Art der Anleihen spielt eine Rolle: Staatsanleihen-ETFs bieten meist eine höhere Sicherheit, bringen aber in der Regel auch weniger Rendite ein. Diese kann bei Unternehmensanleihen höher sein, allerdings geht mit höheren Zinsen meist auch ein höheres Risiko einher. Bei ETFs, die auf Anleihen außerhalb der Eurozone setzen, kann zudem der Wechselkurs der Währungen die Rendite beeinflussen – positiv wie negativ.

Welches Risiko kann ein Anleihen-ETF haben?

Anleihen-ETFs zählen zu den risikoärmeren Geldanlagen – doch risikofrei sind sie deshalb nicht. Das betrifft vor allem ETFs, die Anleihen von Emittenten mit einer geringen Bonität enthalten. Bei Staatsanleihen können das beispielsweise Anleihen von Schwellenländern sein, bei Unternehmensanleihen Anleihen kleinerer, noch nicht sehr etablierter Unternehmen. Zudem können spezielle Anleihen-ETFs, die z. B. Hochzinsanleihen (High Yield Bonds) enthalten, aufgrund ihrer Struktur andere Chancen-Risiko-Profile aufweisen als klassische Anleihen-ETFs.

Möchten Sie Ihr Geld in Anleihen-ETFs investieren, sollten Sie die folgenden Risiken kennen:

  • Bonitätsrisiko: Das Bonitätsrisiko beschreibt das Risiko, dass ein Staat oder ein Unternehmen die versprochenen Zinszahlungen bzw. den Nennwert der Investition nicht zahlen kann. Je schlechter die finanzielle Lage des Emittenten, desto höher ist das Risiko eines solchen Zahlungsausfalls.
  • Zinsänderungsrisiko: Zinsänderungen wirken sich direkt auf die Kurse von Anleihen aus und damit auch auf die Wertentwicklung eines Anleihen-ETFs. Steigen die Zinsen auf dem Geldmarkt, sinkt der Wert bestehender Anleihen, da neue Anleihen höhere Zinsen bieten.
  • Währungsrisiko: Investiert der ETF in Anleihen in Fremdwährungen (z. B. Dollar oder Yen), können Wechselkursschwankungen den Wert der Anlage beeinflussen. Wird etwa der Dollar gegenüber dem Euro schwächer, sinkt der Wert – auch dann, wenn sich die Anleihe selbst eigentlich gut entwickelt hat.
  • Besondere Ausgestaltungen: Manche Anleihen-ETFs können auch spezielle Anleiheformen wie Hochzinsanleihen enthalten. Diese kombinieren Eigenschaften von Anleihen und Aktien – etwa durch das Recht, die Anleihe in Unternehmensanteile umzuwandeln.
  • Kursänderungsrisiko: Möchten Sie Anteile an Ihrem Anleihen-ETF verkaufen, ist der aktuelle Kurs an der Börse relevant. Stehen diese zum Verkaufszeitpunkt schlecht, besteht das Risiko finanzieller Verluste.

Anleihen-ETFs sind ein komplexes Thema. Möchten Sie in diese Art von ETFs investieren, sollten Sie die wesentlichen Merkmale bei den Chancen und den Risiken kennen und für sich einzuordnen versetehen – dafür sind unsere MLP Beraterinnen und MLP Berater da. Diese unterstützen Sie dabei, den richtigen ETF für Ihre Anlagestrategie zu finden. Dabei geht es nicht nur um die Rendite, sondern auch um Ihre Ziele und Ihr persönliches Risikoprofil.

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Sind Anleihen-ETFs sinnvoll?

Anleihen-ETFs gelten als eine Möglichkeit, das Portfolio breit zu streuen und stabilitätsorientierte Anlagesegmente abzudecken. Sie investieren in verschiedene Anleihen, was für eine breite Risikostreuung sorgt. Zudem sind sie meist kostengünstiger als aktiv gemanagte Fonds, da sie passiv die Wertentwicklung eines Index nachbilden.

Je nach Zusammensetzung können Anleihen-ETFs unterschiedliche Risiko- und Ertragsprofile aufweisen, insbesondere in Bezug auf die Bonität der enthaltenen Emittenten. Enthält der ETF z. B. überwiegend Staatsanleihen mit guter Bonität, ist das Risiko potenziell geringer als bei einem ETF mit spekulativeren Unternehmensanleihen.

Wie bei allen Wertpapieranlagen gilt: Auch Anleihen-ETFs unterliegen dem Risiko der Marktschwankungen. Kursverluste können vorwiegend dann auftreten, wenn das allgemeine Zinsniveau steigt oder sich die Bonität der Emittenten verändert.

Ob und wie Anleihen-ETFs in sinnvoll in eine persönliche Anlagestrategie passen, hängt von verschiedenen individuellen Faktoren ab – etwa der Risikoneigung, dem Anlagehorizont oder dem bestehenden Portfolio. Eine individuelle Beratung kann helfen, mögliche Einsatzbereiche besser einzuordnen.

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