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Mein Geld, Dein Geld, unser Geld?

Stief- und Patchworkfamilien bringen vor allem für die Mütter und Stiefmütter in diesen Familien enorme Herausforderungen mit sich; zwischenmenschlich, aber auch finanziell.

Frauen Finanzen Patchwork
(shutterstock / krissikunterbunt)

Mutter, Vater, Kind – diese klassische Familienkonstellation verändert sich. Schon heute wächst laut dem Informationsdienst des Instituts der Deutschen Wirtschaft jedes zehnte Kind unter 18 Jahren in einer Patchworkfamilie auf. Die Varianten des Zusammenlebens sind dabei so bunt und vielfältig, wie die Flickenteppiche, nach denen sie benannt sind.

Schatz, lass' uns übers Geld reden

Denn: Patchworkfamilien haben zwar oftmals höhere Aufwendungen, erhalten aber weniger staatliche Unterstützung, sagt Maren Lohrer, Buchautorin und Wirtschaftsredakteurin. „Umso wichtiger ist es für sie zu wissen, welche Rechte sie haben, wann sie Geld vom Staat erhalten können und wie sie gut gemeinsam haushalten. Hier sind klare Analysen und Regeln nötig.“ Wie das ohne Streit gelingen kann, verrät sie im Interview.

Um einen Überblick über die Finanzen der Patchworkfamilie zu erhalten, ist zunächst ein Haushaltsbuch empfehlenswert. So lässt sich schnell erkennen, wer was beisteuert und was die dicksten Ausgabenbrocken sind. „Das hilft, Gelddiskussionen zu versachlichen“, sagt Buchautorin Maren Lohrer. Weiterer Vorteil: Ein Finanzplan hilft, unnötige Ausgaben aufzuspüren.

Sparpotenzial nutzen

Wenn ein Paar zusammenzieht und künftig als Patchworkfamilie lebt, ist es sinnvoll, die vorhandenen Versicherungen abzugleichen. Gemeinsame Verträge lohnen sich beispielsweise in den Bereichen Hausrat, Wohngebäude, Haftpflicht, Rechtschutz und bei der Auslandskrankenversicherung.

Eine der größten Herausforderungen: Wie lassen sich im Todesfall eines Elternteils alle Familienmitglieder – also leibliche, Stiefkinder und nicht adoptierte Kinder des Partners optimal absichern. Daneben ist die Altersvorsorge die zweite wichtige Baustelle für Patchwork-Paare: Denn nicht bei allen Vorsorgeprodukten gibt es einen Hinterbliebenenschutz oder Förderung auch für Unverheiratete; nicht immer werden Stiefkinder oder die nichtleiblichen Kinder des Partners berücksichtigt.

„Gespräche über Geld brauchen Fingerspitzengefühl“

Interview mit Maren Lohrer, Buchautorin des Ratgebers „Patchworkfamilie“ und Wirtschaftsredakteurin.

3 Fragen

Wer sich über den Umgang mit Geld nicht einig wird, sieht oft Fairness und Vertrauen verletzt. Daher ist es gut, das Thema offen in der Patchwork-Partnerschaft anzusprechen und gemeinsam Regeln für die Zukunft aufzustellen. Damit ein Geldgespräch gut läuft, müssen beide Partner ruhig und respektvoll bleiben – und vor allem nicht werten. Wer hört schon gerne, dass beispielsweise das geliebte Hobby unnötig viel Geld verschlingt?

Wenn Partner die Ausgaben diskutieren, brauchen sie Fingerspitzengefühl. Am besten ist es, diese Gespräche gut vorzubereiten: Finanzunterlagen heraussuchen, sich selbst Gedanken über Ziele und Möglichkeiten machen, eine gute Gesprächsatmosphäre schaffen. Viele Frauen trauen sich nicht, die eigenen Wünsche anzumelden. Arbeiten sie nur Teilzeit, sollten sie unbedingt das Thema Altersvorsorge im Hinterkopf haben. Hier möchte ich Mut zusprechen, berechtigte Interessen auch zu vertreten.

Häufig entstehen Konflikte wegen der Unterhaltsverpflichtungen für Kinder. Aber auch kleinere Anlässe können zu Streitigkeiten führen. Wenn andere bevorzugt oder benachteiligt werden, etwa beim Taschengeld. Potenzial für Konflikte gibt es auch bei der Finanzplanung: Wer trägt wie viel zum Einkommen bei? Wie wird das Geld bei Anschaffungen verteilt und wie wird das entschieden? Oder wenn es zu der Frage kommt, wie sich unentgeltliche Arbeiten im Haus und bei der Erziehung mit entgeltlichen Arbeiten, dem sogenannten Broterwerb, vergleichen lassen. Denn oftmals arbeiten Mütter Teilzeit, Väter hingegen Vollzeit (siehe Grafik).

Grafik: Mütter arbeiten Teilzeit

Die Finanzen im Griff zu haben. ist stets eine Herausforderung. Darüber offen zu sprechen, ist der erste Schritt. Um Geld mit dem Partner im Alltag zu managen, brauchen Patchworkfamilien eine für sie passende Kontenlösung. Ich rate zur sogenannten Dreikontenlösung. Hier behalten beide Partner jeweils ein eigenes Konto, auf das die Einnahmen fließen. Die gemeinsamen Ausgaben werden von dem dritten Konto bezahlt, das als Haushaltskonto dient. Jeder Partner erhält hierfür eine EC-Karte, um auch abheben zu können.

Wieviel jeder einzahlt, kann verhandelt werden – jeder die Hälfte oder individuelle Anteile. Diese können sich an der relativen Einkommenshöhe bemessen. Klären müssen die Patchwork-Partner, was genau vom dritten Konto bezahlt wird – wie werden die Kosten für die mit in die Beziehung gebrachten Kinder aufgeteilt?

MLP hilft Ihnen, einen umfassenderen Überblick zu bekommen und berät bei den notwendigen Schritten zur optimalen Finanzplanung.

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