Die Ausgaben für ein Kind erhebt das Statistische Bundesamt mit der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe. Danach kostet ein Kind seine Eltern 763 € im Monat. Diese Daten stammen allerdings aus dem Jahr 2018. Es war die letzte Erhebung dieser Art: Die Publikationsreihe zu den Ausgaben je Kind führt das Amt seitdem nicht mehr fort.
Dass dieses Datenalter ins Gewicht fällt, zeigt der Vergleich der beiden letzten Erhebungen: 2013 lagen die Ausgaben je Kind bei 660 € im Monat, 2018 bereits bei 763 €. Das ist ein Plus von knapp 16 % in nur fünf Jahren.
Seitdem sind die Preise deutlich gestiegen. Der Verbraucherpreisindex lag im Jahresdurchschnitt 2018 bei 98,1 Punkten und im August 2026 bei 125,8 Punkten, jeweils bezogen auf das Basisjahr 2020. Das entspricht einem Preisanstieg von 28,2 %. Ein Betrag aus dem Jahr 2018 bildet die heutigen Kosten also nicht mehr ab.
Deshalb nennt dieser Ratgeber beides: den amtlichen Wert von 2018 und den auf heute umgerechneten Betrag. Der Rechenweg ist dabei immer derselbe:
Zwei Punkte gehören zur Einordnung dazu:
Gesetzlich festgelegte Beträge wie Kindergeld, Kinderfreibetrag oder Elterngeld gelten hingegen in ihrer aktuellen Höhe. Über ihre Anpassung entscheidet der Gesetzgeber, nicht die Preisentwicklung.
Für Ihre eigene Planung ist ohnehin weniger der Durchschnitt entscheidend als die Frage, welcher Betrag in Ihrem Haushalt monatlich frei bleibt. Genau daran setzt eine Finanzplanung an, die zur eigenen Familiensituation passt.
Paare mit einem Kind gaben im Jahr 2018 763 € im Monat für dieses Kind aus, das entsprach 21 % ihrer gesamten Konsumausgaben von 3.593 €. Was ein Kind bis zum 18. Lebensjahr kostet, ergibt eine Hochrechnung aus diesem Monatswert. Von der Geburt bis zum 18. Geburtstag liegen 216 Monate:
Was ein Kind nach dieser Hochrechnung kostet, bis es 18 Jahre ist, erfasst jedoch nicht die gesamte Zeit, in der Eltern für ihr Kind aufkommen, denn die Unterhaltspflicht endet erst mit dem Abschluss der ersten Berufsausbildung.
„Fast alle werdenden Eltern fragen zuerst nach der Gesamtsumme. Wichtiger ist aber eine andere Rechnung: Wie viel Einkommen fehlt während der Elternzeit, und wie lange dauert diese Phase? In der MLP Beratung rechnen wir beides durch und leiten daraus ab, welche Rücklage vorher sinnvoll ist. Mit dieser Rechnung im Rücken verliert die Gesamtsumme viel von ihrem Schrecken."
MLP Finanzexperte
Der Durchschnittswert sagt noch nichts darüber, wofür Eltern das Geld tatsächlich ausgeben. Das Statistische Bundesamt ordnet die Ausgaben für ein Kind denselben Kategorien zu, die auch für Erwachsene gelten. Vier Bereiche machen dabei zusammen den Großteil des Betrags aus:
Die materielle Grundversorgung ist der größte Posten. Auf das Kind entfielen im Jahr 2018 164 € für Wohnen und Energie sowie 127 € für Nahrungsmittel und Getränke, dazu kamen 63 € für Bekleidung und Schuhe. Auf heutigem Preisniveau sind das rund 210 €, 165 € und 80 €, zusammen also etwa 455 € im Monat und damit fast die Hälfte der gesamten Kosten.
Beim Wohnen handelt es sich um einen anteiligen Wert. Die Statistik teilt die Miete des Haushalts rechnerisch auf alle Mitglieder auf und weist den Anteil des Kindes gesondert aus. Im Alltag bemerken Eltern diesen Posten deshalb erst, wenn sie wegen des Kindes in eine größere Wohnung ziehen. Wie stark die Miete dann steigt, hängt vom Mietniveau am Wohnort ab.
Für Kinderbetreuung und Gebühren stiegen die Kosten zwischen 2013 und 2018 je Kind von 29 € auf 62 € im Monat, also auf mehr als das Doppelte. Heute liegen die Betreuungskosten bei rund 80 €. Das ist ein Durchschnitt über alle Altersstufen – und er verdeckt zwei Dinge.
Einen Teil der Betreuungskosten machen Eltern steuerlich geltend: Nach § 10 Absatz 1 Nummer 5 Einkommensteuergesetz sind 80 % der Aufwendungen, höchstens 4.800 € je Kind und Jahr, als Sonderausgaben abziehbar, solange das Kind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Die steuerliche Behandlung hängt von Ihrer individuellen Situation ab und kann sich künftig ändern. Wir empfehlen, eine Steuerberatung hinzuzuziehen.
Auf Freizeit, Unterhaltung und Kultur entfielen 2018 116 € im Monat, auf das Bildungswesen 65 €, heute also rund 150 € und 85 €. Dahinter stehen die Posten, die Eltern im Alltag am deutlichsten wahrnehmen, weil sie sie einzeln bezahlen:
Dieser Bereich wächst mit dem Kind am stärksten. Während ein Kleinkind vor allem Betreuung braucht, kommen im Schulalter Hobbys, Nachhilfe und Klassenfahrten dazu.
Für Verkehr wies die Statistik 55 € im Monat je Kind aus, für Post und Telekommunikation 28 €. Heute entspricht das rund 70 € und 35 €. Beide Posten bleiben in den ersten Jahren klein und ziehen im Jugendalter deutlich an, wenn Smartphone, eigener Mobilfunkvertrag, Fahrkarten und später der Führerschein dazukommen.
Wie teuer ein Kind ist, hängt stark vom Alter ab. Mit jedem Lebensabschnitt verschiebt sich nicht nur die Zusammensetzung der Ausgaben, sondern auch ihre Höhe. Das Statistische Bundesamt wies für 2018 drei Altersgruppen aus:
Zwischen Kleinkind und Jugendalter liegen damit rund 350 € im Monat Unterschied. Der Anstieg erklärt sich aus der Verschiebung der Posten:
Für Ihre Familienplanung heißt das: Was heute genügt, deckt den Bedarf in zehn Jahren nicht mehr.
Für das erste Lebensjahr gilt der Wert der jüngsten Altersgruppe. 2018 waren das 679 € im Monat je Kind. Auf heutigem Preisniveau sind das rund 870 € im Monat oder etwa 10.450 € im ersten Jahr.
Dieser Wert enthält die Erstausstattung bereits, allerdings gemittelt über alle Haushalte mit Kindern unter sechs Jahren. Im ersten Jahr selbst liegen die Ausgaben deshalb höher, denn Kinderwagen, Autositz, Babybett, Wickelkommode und die erste Kleidung braucht eine Familie auf einmal und überwiegend schon vor der Geburt. Dazu kommen Windeln, Nahrung und Pflegeprodukte, die beim Baby einen festen Posten im Haushaltsbudget bilden und erst später wieder wegfallen.
Wie hoch die Erstausstattung ausfällt, entscheidet sich an drei Punkten:
Weil die Erstausstattung zeitlich vor dem ersten Elterngeld liegt, kann eine Rücklage schon in der Schwangerschaft sinnvoll sein. Wie Sie Ihre Familienfinanzen in dieser Phase aufstellen, besprechen Sie in der Beratung für Eltern und Kinder gemeinsam mit MLP.
Der Durchschnittswert beschreibt eine Familie, die es so nicht gibt. Drei Faktoren verschieben ihn erheblich: die Zahl der Kinder, die Zahl der Elternteile und das Haushaltseinkommen.
Weniger als das erste. Paare mit zwei Kindern gaben 1.276 € im Monat für beide Kinder aus, Paare mit drei Kindern 1.770 € für alle drei. Heute entspricht das rund 1.635 € und 2.270 €. Gegenüber einem Einzelkind kostet das zweite Kind damit etwa 660 € zusätzlich, das dritte noch einmal rund 635 €.
Der Grund sind Kosten, die nur einmal anfallen. Die größere Wohnung hat die Familie bereits, Kinderwagen und Möbel erbt das jüngere Geschwisterkind, und viele Freizeitaktivitäten teilen sich die Kinder.
Alleinerziehende gaben für ihr Kind 710 € im Monat aus, also etwas weniger als Paare. Heute entspricht das rund 910 €. Entscheidend ist aber der Anteil: Bei ihnen machten die Kosten für das Kind 35 % der gesamten Konsumausgaben aus, bei Paaren nur 21 %.
Ein Drittel des verfügbaren Konsumbudgets geht damit an ein einziges Familienmitglied. Unerwartete Ausgaben wie eine Klassenfahrt oder eine kaputte Waschmaschine treffen einen solchen Haushalt deshalb härter. Als Faustregel für eine sofort verfügbare Geldreserve nennt die BaFin drei Monatseinkommen. Für Alleinerziehende ist eine solche Rücklage weniger Komfort als Grundlage.
Der Einfluss des Einkommens ist größer als der aller anderen Faktoren. Im untersten Zehntel der Einkommen gaben Paare 424 € im Monat für ihr Kind aus, im obersten Zehntel 1.212 €. Familien im obersten Zehntel gaben damit fast dreimal so viel für ihr Kind aus wie Familien im untersten. Heute entspricht das rund 545 € und 1.555 €.
Ein Kind kostet also nicht einen festen Betrag, sondern einen Anteil des Budgets. Mit dem Einkommen wächst der Lebensstil – und damit auch die Ausgaben für das Kind. Für die eigene Planung ist der Durchschnitt je Kind deshalb ein Orientierungswert, kein Zielwert. Familien, die deutlich darunter oder darüber liegen, machen nichts falsch.
Mit dem 18. Geburtstag endet die finanzielle Verantwortung in den meisten Familien nicht. Was kostet ein Kind bis zum 20. Lebensjahr, was bis zum Ende der Ausbildung? Die beste Orientierung geben die Zeitpunkte, zu denen die staatliche Unterstützung ausläuft. Nach § 32 Einkommensteuergesetz haben Eltern in diesen Fällen Anspruch auf Kindergeld und Kinderfreibetrag:
Mit dem 25. Geburtstag endet der Anspruch auf Kindergeld und Kinderfreibetrag endgültig, auch wenn die Ausbildung zu diesem Zeitpunkt noch läuft. Die Unterhaltspflicht der Eltern endet unabhängig davon erst mit dem Abschluss der ersten Berufsausbildung.
Praktisch bedeutet das: Solange Studium oder Ausbildung laufen, bleibt die finanzielle Verantwortung bestehen. Zieht das Kind dafür aus, kommen Miete und Lebenshaltung am zweiten Wohnort dazu, je nach Situation auch ein Auto. Wenn Sie früh anfangen, dafür zurückzulegen, verteilen Sie die Last auf zwei Jahrzehnte statt auf wenige Jahre.
Die genannten Beträge sind Ausgaben, die ein Haushalt tätigt. Nicht enthalten ist, was Eltern nicht verdienen, weil sie ihre Arbeitszeit reduzieren oder pausieren. Dieser Effekt trifft bislang überwiegend Mütter und er ist um ein Vielfaches größer als die laufenden Ausgaben.
Die Bertelsmann Stiftung hat für diesen Einkommensverlust die Lebenserwerbseinkommen von Frauen mit und ohne Kinder verglichen. Die Erhebung stammt aus dem Jahr 2020 und rechnet in Preisen von 2015. Danach verdienen kinderlose Frauen des Geburtsjahrgangs 1982 im Lauf ihres Erwerbslebens durchschnittlich rund 1,3 Millionen € in Westdeutschland. Gleichaltrige Mütter kommen auf deutlich weniger:
Diese Zahlen hängen daran, wer die Elternzeit nimmt, wie lange ein Elternteil in Teilzeit arbeitet und wie gut sich Betreuung organisieren lässt.
Für die Finanzplanung sind zwei Folgen wichtig:
Den Kinderkosten stehen Leistungen gegenüber, die der Staat zahlt. Sie decken die Ausgaben nicht, senken die Belastung aber spürbar. Die wichtigsten im Überblick:
Je nach Lebenslage kommen weitere Leistungen hinzu:
Rechnet man allein das Kindergeld gegen, sinkt der Monatsbetrag heute von rund 980 € auf etwa 720 €. Über 18 Jahre entlastet das Kindergeld Eltern um rund 55.900 €, die Summe bis zur Volljährigkeit fällt damit von etwa 211.000 € auf rund 155.000 €.
Welche finanziellen Schritte jetzt anstehen, hängt vom Alter des Kindes, vom Einkommen der Familie und davon ab, wie Sie und Ihre Partnerin oder Ihr Partner die Elternzeit aufteilen. MLP Beraterinnen und MLP Berater rechnen Ihren Bedarf gemeinsam mit Ihnen durch, prüfen bestehende Verträge und ordnen ein, was in Ihrer Situation Vorrang hat.
Typischerweise geht es um drei Ebenen:
So entsteht eine Planung, die zu Ihrer Familiensituation und Ihrem Zeitrahmen passt.
Rund 211.000 € für ein Kind bis zur Volljährigkeit klingen nach einer Hürde, die kaum zu nehmen ist. Die Summe geht auf 763 € im Monat zurück, die das Statistische Bundesamt 2018 erhoben hat. Auf 216 Monate verteilt und auf heutiges Preisniveau gerechnet sind das etwa 980 € im Monat, nach Abzug des Kindergelds rund 720 €. Diesen Betrag können Eltern einplanen, zumal er nicht von Anfang an in voller Höhe anfällt, sondern mit dem Kind wächst.
Die größere finanzielle Bewegung liegt ohnehin woanders: in den Jahren, in denen ein Elternteil weniger arbeitet. Eltern, die diese Phase rechtzeitig durchrechnen, die Elternzeit bewusst aufteilen und die Lücke in der Altersvorsorge im Blick behalten, wissen früh, worauf sie sich einstellen. MLP Beraterinnen und MLP Berater ordnen Ihre Situation ein und rechnen die Auswirkungen gemeinsam mit Ihnen durch.
Eine feste Regel gibt es nicht, weil die Sparrate vom Ziel abhängt. Sinnvoll ist es, vom Anlass her zu rechnen: Für einen festen Betrag bis zum 18. Geburtstag, etwa für Führerschein oder Ausbildung, teilen Sie die Zielsumme durch die verbleibenden Monate. Wichtig ist, vorher eine Rücklage für unerwartete Ausgaben aufzubauen, damit Sie den Sparplan bei einer größeren Anschaffung nicht sofort wieder auflösen müssen.
In der Regel ja, der Unterschied entsteht vor allem beim Wohnen. Auf das Kind entfielen anteilig 164 € Wohnkosten im Monat. Heute entspricht das rund 210 € – und dieser Anteil steigt mit dem örtlichen Mietniveau. Hinzu kommen die Betreuungskosten, die je nach Wohnort unterschiedlich hoch ausfallen. Auf dem Land fallen dafür oft höhere Fahrtkosten an, weil Schule, Sportverein und Musikschule weiter entfernt liegen.
Das hängt vom Bundesland und der Kommune ab. Im Durchschnitt über alle Paare mit einem Kind wies die Statistik 62 € im Monat je Kind für Kinderbetreuung und Gebühren aus, gerechnet über alle Altersstufen. Heute entspricht das rund 80 €. In der Krippenzeit kann der tatsächliche Beitrag deutlich darüber liegen, nach der Einschulung entfällt er.