Regelmäßiges Sparen kann als Baustein dazu beitragen, langfristig Vermögen aufzubauen. Der zentrale Hebel dabei ist der Zinseszinseffekt: Erträge werden immer wieder neu angelegt und erzeugen ihrerseits weitere Erträge. Anlegerinnen und Anleger, die frühzeitig beginnen und beispielsweise monatlich einen Betrag investieren, können über längere Zeiträume stärker vom Wiederanlageeffekt profitieren.
Hinzu kommt ein weiterer Grund, warum regelmäßiges Sparen unverzichtbar ist: die Inflation. Die Kaufkraft von Geld, das auf dem Girokonto liegt, nimmt mit der Zeit ab. Liegt die Inflation über der Verzinsung der Anlageform, kann die Kaufkraft des Ersparten mit der Zeit sinken – auch wenn der nominale Betrag gleich bleibt.
Wie wirkungsvoll der Wiederanlageeffekt in der Praxis ist, zeigt ein Beispiel: Anlegerinnen und Anleger, die monatlich 200 € investieren und dabei eine angenommene durchschnittliche jährliche Wertentwicklung von 5 % erzielen, haben nach 20 Jahren rund 81.500 € gespart, obwohl nur 48.000 € eingezahlt wurden. Würden die Erträge nicht wieder angelegt, läge das Vermögen nur bei rund 72.100 €. Der zusätzliche Vermögenszuwachs entsteht also durch den Zinseszinseffekt, bei dem bereits erzielte Erträge wiederum neue Erträge erwirtschaften. Je früher Sie mit dem monatlichen Anlegen Ihres Geldes beginnen, desto stärker kann sich dieser Effekt auswirken.
Das Sparbuch war lange Zeit das klassische Spar-Instrument der Deutschen. Doch bei aktuell niedrigen Zinsen – und einer Inflation, die deutlich darüberliegen kann – reicht die Verzinsung des Sparbuchs nicht aus, um den Wertverlust auszugleichen. Wenn Sie monatlich sparen und dabei die Inflation nicht berücksichtigen, können Sie real an Kaufkraft verlieren.
Es kann sich daher lohnen, unterschiedliche Anlageformen zu kombinieren: Von der risikoarmen Liquiditätsreserve auf dem Tagesgeldkonto bis hin zum renditeorientierten Sparplan. Welche Kombination für Sie passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft ab.
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn die richtige Sparrate hängt von Ihrem Einkommen, Ihren Ausgaben und Ihren persönlichen Sparzielen ab. Dennoch gibt es bewährte Orientierungshilfen, die Ihnen helfen, eine realistische Sparquote zu ermitteln.
Die 50-30-20-Regel ist eine weit verbreitete Methode zur Budgetplanung:
Wenn Sie 20 % Ihres Nettoeinkommens monatlich zurücklegen, schaffen Sie eine Basis für den langfristigen Vermögensaufbau . Wenn Sie zunächst nicht 20 % aufbringen können, beginnen Sie mit einem kleineren Betrag und erhöhen die Sparrate schrittweise, etwa bei der nächsten Gehaltserhöhung.
Bevor Sie in renditestärkere Anlageformen investieren, kann der Aufbau eines Notgroschens sinnvoll sein. Drei bis sechs Monatsgehälter als liquide Reserve – für unvorhergesehene Ausgaben wie Reparaturen oder kurzfristige Einkommensausfälle – sind dabei ein Richtwert. Dieser Betrag sollte jederzeit verfügbar sein, idealerweise auf einem Tagesgeldkonto.
Ein klar definiertes Sparziel erhöht die Motivation und erleichtert die Wahl der richtigen Anlageform. Fragen Sie sich: Sparen Sie für die Altersvorsorge, eine Immobilie, die Ausbildung Ihrer Kinder oder den nächsten Urlaub? Je klarer Ihr Ziel definiert ist, desto gezielter lässt sich die Sparrate festlegen und desto leichter fällt es, beim Plan zu bleiben.
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Die Möglichkeiten für monatliches Sparen sind vielfältig. Neben Tagesgeld, Festgeld und ETF-Sparplänen kommen beispielsweise auch Bausparverträge, klassische Sparbücher, Aktien, Fonds oder Rentenversicherungen infrage. Welche Anlageform passt, hängt unter anderem von Ihrem Zeithorizont, Ihrer Risikobereitschaft und Ihrem Sparziel ab.
Für viele Sparerinnen und Sparer bilden Tagesgeld, Festgeld und ETF-Sparpläne eine häufig genutzte Kombination, da sie unterschiedliche Bedürfnisse abdecken. Deshalb schauen wir uns diese drei Möglichkeiten genauer an.
Das Tagesgeldkonto ist häufig die erste Wahl für Geld, das kurzfristig verfügbar bleiben soll. Es bietet variable Zinsen, keine Laufzeitbindung und vollständige Flexibilität beim Ein- und Auszahlen.
Besonders geeignet ist das Tagesgeld für den Aufbau und das Parken des Notgroschens sowie für kurzfristige Sparziele. Die Einlagen sind im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung abgesichert.
Für den langfristigen Vermögensaufbau kann ein Sparplan eine sinnvolle Option sein. Passive ETFs (Exchange Traded Funds) bilden die Wertentwicklung eines Index ab und bieten so eine breite Diversifikation bei vergleichsweise niedrigen Kosten.
Anlegerinnen und Anleger, die monatlich in Wertpapiere wie Aktien investieren möchten, ohne einzelne Titel auszuwählen, finden im ETF-Sparplan eine häufig genutzte Möglichkeit für den langfristigen Vermögensaufbau. Durch regelmäßige Käufe kann der Cost-Average-Effekt dazu beitragen, den durchschnittlichen Einstiegspreis über die Zeit zu glätten.
„Regelmäßiges Sparen ist keine Frage der Disziplin, sondern der richtigen Struktur. Wer den Sparanteil direkt nach dem Gehaltseingang zurücklegt, schafft eine Grundlage für einen langfristigen Vermögensaufbau, ohne jeden Monat neu abwägen zu müssen. In unserer Beratung unterstützen wir Sie dabei, eine Sparstrategie zu entwickeln, die zu Ihrer Lebenssituation passt."
MLP Finanzexperte
Einer der häufigsten Gründe, warum Sparvorsätze scheitern, ist die fehlende Automatisierung. Ein häufig genannter Ansatz, um monatlich Geld zu sparen : Nicht auf den „richtigen Moment" warten, um übrig gebliebenes Geld wegzulegen. Die Lösung: Einfach monatlich Geld ansparen – automatisch, per Dauerauftrag direkt nach Gehaltseingang.
Richten Sie direkt zum Gehaltseingang einen Dauerauftrag auf Ihr Sparkonto, Ihr Tagesgeldkonto oder Ihr Depot ein. So sparen Sie, bevor Sie das Geld ausgeben können, und gewöhnen sich schnell an ein Leben mit der reduzierten verfügbaren Summe.
Der Vorteil: Der Sparvorgang erfolgt automatisch und regelmäßig, ohne dass jeden Monat eine neue Entscheidung getroffen werden muss.
Eine besonders strukturierte Methode des automatischen Sparens ist das Zweikonten-Modell:
Der verbleibende Betrag auf dem Hauptkonto fließt automatisch in Sparprodukte oder Investments. Das Zweikonten-Modell sorgt für Transparenz und kann dabei helfen, das monatliche Sparen zur Routine zu machen.
Monatliches Sparen ist kein Selbstläufer – besonders dann nicht, wenn sich Lebenssituationen ändern: Eine Familie wächst, das Gehalt steigt, oder eine Immobilie rückt näher in den Fokus. Eine Sparstrategie sollte regelmäßig überprüft und an neue Gegebenheiten angepasst werden.
Die MLP Beraterinnen und MLP Berater begleiten Sie dabei ganzheitlich: Von der Analyse Ihrer aktuellen Einnahmen und Ausgaben über die Wahl geeigneter Anlageformen bis hin zur langfristigen Planung Ihrer Altersvorsorge. MLP entwickelt gemeinsam mit Ihnen eine Strategie, die auf Ihre persönliche Situation und Ihre finanziellen Ziele abgestimmt ist.
Anlegerinnen und Anleger, die monatlich sparen, legen den Grundstein für einen langfristigen Vermögensaufbau. Die Kombination aus einem Notgroschen, flexiblen Einlagen auf dem Tagesgeldkonto und einem renditeorientierten ETF-Sparplan, der breit in Aktien und andere Wertpapiere investiert, kann für viele Sparerinnen und Sparer eine Basis für den langfristigen Vermögensaufbau darstellen. Nicht der perfekte Zeitpunkt zählt, sondern der Anfang: Wenn Sie früh beginnen, konsequent anlegen und die Strategie regelmäßig anpassen, können Sie langfristig vom Zinseszinseffekt profitieren.
Ja, gerade bei langen Anlagehorizonten macht der Zinseszinseffekt selbst kleine monatliche Beträge zu einem wirksamen Baustein für den Vermögensaufbau. Eine Person, die mit 25 Jahren monatlich 75 € anlegt, hat nach 30 Jahren bei einer angenommenen Rendite von durchschnittlich 5 % deutlich mehr aufgebaut, als wenn sie erst mit 35 Jahren mit 100 € startet. Der Einstieg lohnt sich unabhängig von der Höhe – was zählt, ist die Regelmäßigkeit.
Beim Cost-Average-Effekt kaufen Sie durch regelmäßige monatliche Einzahlungen in einen ETF-Sparplan zu unterschiedlichen Kursen ein. In Phasen niedrigerer Kurse erhalten Sie mehr Anteile, in Hochphasen weniger. Über die Zeit ergibt sich so ein durchschnittlicher Einstiegskurs. Dieser Mechanismus kann die Bedeutung eines einzelnen Einstiegszeitpunkts verringern, da Käufe zu unterschiedlichen Kursniveaus erfolgen.
ETF-Sparpläne sind bereits ab kleineren monatlichen Beträgen möglich. Abhängig von Ihrem Anlageziel, der geplanten Anlagedauer und Ihrer persönlichen Risikobereitschaft, kann ein ETF-Sparplan sinnvoll sein.
Wenn Sie frühzeitig beginnen und die Sparrate langfristig beibehalten oder schrittweise erhöhen, kann sich der Wiederanlageeffekt besonders deutlich entfalten.
Bei ETF-Sparplänen können unterschiedliche Kosten anfallen, etwa Depotgebühren, Ausführungsgebühren oder laufende Fondskosten wie die Total Expense Ratio (TER). Diese Kosten mindern die Rendite und sollten vorab berücksichtigt werden.
Bevor Sie größere Beträge anlegen, kann es sinnvoll sein, zunächst Schulden abzubauen. Einen kleinen Notgroschen sollten Sie jedoch wenn möglich parallel aufbauen, damit unvorhergesehene Ausgaben nicht zu neuen Schulden führen.
Das hängt von der gewählten Anlageform ab. Beim Tagesgeld ist das Einzahlen beispielsweise jederzeit und flexibel möglich. Einzahlungen in ETF-Sparpläne lassen sich in der Regel anpassen, pausieren oder beenden.
Katharina Gölz
Hi, ich bin Katharina!
Als Teil des MLP Teams bin ich seit über 15 Jahren Expertin für Finanzen und Versicherungen. Mein Ziel ist es Finanzthemen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und aufzuzeigen, dass Finanz- und Absicherungsthemen in nahezu allen Lebenssituationen eine wichtige Rolle spielen. In meinen Inhalten möchte ich zeigen, wie spannend und vielseitig Finanzplanung sein kann und wie wir bei MLP daran arbeiten, Lösungen zu entwickeln, die Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen unterstützen. Ich freue mich darauf, Einblicke zu geben, Hintergründe zu erklären und Finanzthemen greifbarer zu machen.