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Datum
23.03.2026

Notgroschen richtig planen und sinnvoll anlegen

Wie schaffen Sie finanzielle Sicherheit für unvorhergesehene Ausgaben?

Ein Paar überlegt sich, wie sie ihren gemeinsamen Notgroschen aufbauen.
GettyImages/urbazon

Auf den Punkt gebracht: Notgroschen

  • Nutzen: Ein Notgroschen ist eine finanzielle Reserve für unvorhergesehene Ausgaben wie Reparaturen oder hohe Nachzahlungen. Er schafft Sicherheit im Notfall und soll verhindern, dass Sie langfristige Anlagen wie Aktien oder ETFs vorzeitig verkaufen müssen.
  • Höhe: Wie hoch ein Notgroschen sein sollte, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Üblich sind drei bis sechs Monatsgehälter oder entsprechend drei bis sechs Monatsausgaben. Wer selbstständig ist oder eine Familie versorgt, benötigt meist eine höhere Reserve.
  • Anlageform: Wo Sie Ihren Notgroschen anlegen, entscheidet darüber, wie schnell Sie im Notfall auf Ihr Geld zugreifen können. Geeignet sind risikoarme und liquide Anlageformen wie ein Tagesgeldkonto. Ein Girokonto bringt meist keine Zinsen.
  • Merkmale: Ein guter Notgroschen ist jederzeit verfügbar, risikoarm angelegt und klar vom Vermögensaufbau getrennt. Er dient nicht dazu, eine hohe Rendite zu erzielen, sondern der finanziellen Stabilität und kann Ihre Geldanlage sinnvoll ergänzen.

Was ist ein Notgroschen?

Ein Notgroschen ist eine bewusst aufgebaute finanzielle Reserve für kurzfristige Liquidität. Er sollte Ihnen in einem Notfall sofort zur Verfügung stehen und daher auch klar getrennt von langfristigen Anlageformen wie Aktien , ETFs oder der Altersvorsorge betrachtet werden. Ziel dieser Rücklagen ist nicht der Vermögensaufbau, sondern mehr Stabilität und Sicherheit innerhalb Ihrer Finanzplanung.

Wofür brauche ich einen Notgroschen?

Ein Notgroschen greift bei finanziellen Engpässen und bewahrt Ihre langfristigen Ziele. Er sorgt dafür, dass unvorhergesehene Ausgaben oder Einkommensausfälle nicht Ihre gesamte Planung ins Wanken bringen. Konkret kann diese Reserve folgenden Zwecken dienen:

  • Unerwartete Reparaturen: Ob Auto, Waschmaschine oder Heizungsanlage – größere Ausgaben entstehen oft plötzlich und erfordern sofort verfügbares Geld.
  • Einkommensausfälle: Bei Arbeitslosigkeit, Krankheit oder beruflicher Neuorientierung hilft der Notgroschen, laufende monatliche Ausgaben weiterhin zu decken.
  • Hohe Nachzahlungen: Steuernachforderungen oder Nebenkostenabrechnungen können ungeplant auftreten und Ihre finanzielle Planung durcheinanderbringen.
  • Vermeidung von Schulden: Wer über ausreichende Rücklagen verfügt, muss keinen Dispokredit nutzen oder teure Ratenzahlungen in Anspruch nehmen.
  • Schutz des Vermögensaufbaus: Mit einem finanziellen Polster vermeiden Sie, langfristige Anlagen wie Aktien oder ETFs mit möglicher Rendite in einer ungünstigen Situation verkaufen zu müssen.

Sie fragen sich, ob Ihr Notgroschen im Ernstfall ausreichen würde? Hohe Kosten durch längere Krankheit, Berufsunfähigkeit oder größere Schadensfälle können Rücklagen schneller aufbrauchen als geplant. Die MLP Beraterinnen und MLP Berater prüfen gemeinsam mit Ihnen, ob Ihr bestehender Versicherungsschutz größere finanzielle Risiken abdeckt. So muss Ihr Notgroschen nur für kurzfristige Engpässe eingesetzt werden und bleibt für echte Notfälle erhalten.
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Wie hoch sollte ein Notgroschen sein?

Wie hoch ein Notgroschen sein sollte, richtet sich nach Ihrer persönlichen Lebenssituation. Als Richtwert gelten drei bis sechs Monatsgehälter oder die festen monatlichen Ausgaben für drei bis sechs Monate. Wer allein lebt und ein stabiles Einkommen hat, benötigt meist eine geringere Reserve als Familien mit Immobilie, laufenden Verpflichtungen oder schwankendem Einkommen. Ihr Notgroschen sollte Ihre Fixkosten mehrere Monate abdecken können und Ihnen in finanziell schwierigen Phasen Sicherheit geben.

Welche Anlageformen eignen sich für einen Notgroschen?

Wo Sie Ihren Notgroschen anlegen, beeinflusst Sicherheit, Verfügbarkeit und mögliche Zinsen. Ein Tagesgeldkonto eignet sich dafür besonders gut, da Ihr Geld jederzeit verfügbar ist und es meist höhere Zinsen bringt als ein Girokonto. Zudem greift bei Banken innerhalb der EU die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 € pro Person und Bank. Ein Girokonto bietet zwar direkten Zugriff, trennt den Notgroschen jedoch nicht klar vom übrigen Geld, sodass er schneller für laufende Ausgaben verwendet werden könnte.

Investmentprodukte wie Aktien oder ETFs eignen sich nicht, weil ihr Wert schwanken kann und Sie im ungünstigen Moment mit Verlust verkaufen müssten. Auch Festgeld ist eher ungeeignet, da es während der Laufzeit nicht verfügbar ist.

Welche Merkmale sollte ein guter Notgroschen haben?

Ein guter Notgroschen zeichnet sich durch Sicherheit, Verfügbarkeit und klare Struktur aus. Als finanzielle Reserve soll der Notgroschen Stabilität geben und in einer schwierigen Situation sofort einsatzbereit sein. Damit Ihr Notgroschen diese Funktion erfüllt, sollte er folgende Kriterien erfüllen:

  • Hohe Liquidität: Ihr Geld sollte jederzeit verfügbar sein, damit Sie im Notfall unmittelbar darauf zugreifen können. Rücklagen sollten daher nicht in langfristig gebundenen Anlageformen liegen.
  • Kein Verlustrisiko: Ein Notgroschen dient nicht der Rendite, sondern der Sicherheit. Kursschwankungen wie bei Aktien oder ETFs passen nicht zu diesem Zweck.
  • Separate Verwahrung: Bewahren Sie Ihren Notgroschen getrennt vom Vermögen auf dem Girokonto auf, zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto. So bleibt die Reserve klar vom laufenden Zahlungsverkehr abgegrenzt.
  • Passende Höhe: In der Praxis haben sich drei bis sechs Monatsgehälter als Orientierung etabliert. Wie viel genau sinnvoll ist, hängt von Ihren monatlichen Ausgaben, Ihrem Einkommen und Ihrer familiären Situation ab.
  • Angemessene Verzinsung: Auch wenn Zinsen nicht im Mittelpunkt stehen, sollte Ihr Geld zumindest eine moderate Verzinsung erhalten, um Kaufkraftverluste durch Inflation abzumildern.

„Ein Notgroschen sorgt dafür, dass unerwartete Ausgaben nicht sofort zum finanziellen Problem werden. Wer seine Rücklagen klar vom Vermögensaufbau trennt und die Höhe an die eigene Lebenssituation anpasst, gewinnt spürbar an Stabilität. In unserer Beratung geht es darum, diese Reserve sinnvoll in die gesamte Finanzplanung einzubinden und eine Struktur zu schaffen, die Ihnen auch in schwierigen Situationen Sicherheit gibt.“

MLP Finanzexperte

Schritt für Schritt: So bauen Sie Ihren Notgroschen auf

Ein Notgroschen entsteht nicht nebenbei, sondern durch klare Planung und konsequentes Sparen. Mit einem strukturierten Vorgehen schaffen Sie sich Schritt für Schritt eine stabile finanzielle Reserve. So gehen Sie vor:

Überlegen Sie zunächst, wie viel Geld Sie als Notgroschen zurücklegen möchten. Als Orientierung gelten drei bis sechs Monatsgehälter oder alternativ drei bis sechs Monate Ihrer Fixkosten. Ihre persönliche Situation entscheidet über die genaue Höhe.

Prüfen Sie, wie viel Geld Ihnen pro Monat für Rücklagen bleibt. Eine einfache Budgetstruktur kann dabei helfen, Sparpotenzial zu erkennen und den Aufbau realistisch zu planen.

Für das Anlegen eines Notgroschens eignet sich ein Tagesgeldkonto, weil es risikoarm ist und Zinsen sowie schnelle Verfügbarkeit verbindet. So bleibt Ihr Polster getrennt vom Girokonto und jederzeit abrufbar.

Richten Sie einen Dauerauftrag ein, der direkt nach Gehaltseingang einen festen Betrag auf Ihr Tagesgeldkonto überweist. So wächst Ihre Reserve kontinuierlich, ohne dass Sie jeden Monat neu entscheiden müssen.

Steuererstattungen, Bonus- oder Sonderzahlungen können den Aufbau beschleunigen. Auch kleinere Beträge bringen Sie Ihrem Ziel näher.

Kontrollieren Sie einmal im Jahr, ob die Höhe Ihres Notgroschens noch zu Ihrer Lebensphase passt. Wenn Sie Geld entnehmen mussten, sollten Sie die Reserve zeitnah wieder auffüllen.


MLP – Ihre Beratung rund um finanzielle Rücklagen

Ein Notgroschen sollte zu Ihrer persönlichen und beruflichen Situation passen. Die geeignete Höhe Ihrer Reserve ergibt sich aus Ihren monatlichen Ausgaben, Ihrem Einkommen und Ihren familiären Verpflichtungen. MLP unterstützt Sie dabei, diese Faktoren strukturiert zu analysieren und Ihre finanziellen Rücklagen sinnvoll einzuordnen.

Gemeinsam mit Ihrer MLP Beraterin oder Ihrem MLP Berater betrachten Sie Ihre gesamte Finanzplanung. Dabei geht es um eine klare Trennung zwischen kurzfristiger Sicherheit im Notfall und langfristigem Vermögensaufbau. Das gibt Ihnen Sicherheit im Alltag und Orientierung für Ihre nächsten finanziellen Schritte.

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Fazit: Mit einem Notgroschen entspannt durch unvorhergesehene Situationen

Ein Notgroschen schafft die Grundlage für finanzielle Gelassenheit. Wer ausreichend Rücklagen bildet und diese klar vom Vermögensaufbau und den täglichen Ausgaben trennt, kann in unerwarteten Situationen Stress reduzieren. Die passende Höhe und eine risikoarme Anlage auf einem Tagesgeldkonto sorgen dafür, dass Ihr Geld im Notfall sofort verfügbar ist. So vermeiden Sie unnötige Schulden und müssen langfristige Anlagen nicht zum möglicherweise falschen Zeitpunkt verkaufen. Ein bewusst geplanter Notgroschen stärkt Ihre finanzielle Stabilität.

Häufige Fragen zum Thema Notgroschen

Nein, für einen Notgroschen eignen sich ETFs oder Aktien nicht. Diese Anlageformen unterliegen Kursschwankungen, sodass es passieren könnte, dass Sie im ungünstigen Moment mit Verlust verkaufen müssten. Eine finanzielle Reserve soll im Notfall jederzeit verfügbar sein. Deshalb wird der Notgroschen in der Regel auf einem risikoarmen Tagesgeldkonto gehalten, während Aktien und ETFs dem langfristigen Vermögensaufbau vorbehalten bleiben sollten.

Als Orientierung gelten drei bis sechs Monatsgehälter oder entsprechend mehrere Monate Ihrer festen Ausgaben als sinnvolle Höhe für einen Notgroschen. Bei schwankendem Einkommen, etwa in der Selbstständigkeit, kann eher eine Reserve am oberen Ende dieser Spanne sinnvoll sein. Eine feste Obergrenze gibt es jedoch nicht, denn die passende Höhe hängt von Ihrer persönlichen Situation, Ihren finanziellen Verpflichtungen und Ihrem Sicherheitsbedürfnis ab.

Liegt Ihre Reserve deutlich über dem notwendigen Betrag, kann es sinnvoll sein, überschüssiges Geld in geeignete Anlageformen für den langfristigen Vermögensaufbau zu investieren.

Mit dem Aufbau eines Notgroschens sollten Sie beginnen, sobald Sie ein regelmäßiges Einkommen erzielen und gezielt Geld sparen können. Die finanzielle Reserve bildet die Grundlage Ihrer Finanzplanung und sollte vorhanden sein, bevor Sie Geld für den Vermögensaufbau investieren.

Carolin Gellert

Hi, ich bin Carolin!

Seit 2020 leite ich den Bereich Development & Design bei MLP. Mit über 12 Jahren Erfahrung im Finanzdienstleistungsbereich, bin ich Expertin für Finanz-, Versicherungs- und Vorsorgethemen. Außerdem beschäftige ich mich Themen rund um Prozessmanagement, Leadership und Coaching. Mein Anspruch ist es, Inhalte zu entwickeln, die Orientierung bieten, Transparenz schaffen und zeigen, wie vielseitig die Finanzwelt sein kann. Dabei ist es mir wichtig, Wissen verständlich zu vermitteln und den Mehrwert unserer Services und Lösungen erlebbar zu machen.

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