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Datum
26.01.2026

Altersvorsorge für Selbstständige

So sichern Sie sich als Freiberufler oder Unternehmer finanziell ab

Altersvorsorge für Selbstständige
(Westend 61/GettyImages)

Das Wichtigste zur Altersvorsorge für Selbstständige

  • Keine automatische Absicherung: Die meisten Selbstständigen sind nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert und müssen ihre Altersvorsorge eigenverantwortlich regeln.
  • Drei zentrale Vorsorgebausteine: Basis-Rente (Rürup-Rente), private Rentenversicherung und – in bestimmten Fällen – die Riester-Rente stehen als Optionen zur Verfügung.
  • Steuervorteile nutzen:Beiträge zur Basis-Rente können als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden und reduzieren so die Steuerlast.
  • Flexibilität sicherstellen: Da Selbstständige oft mit schwankendem Einkommen planen, sollten Vorsorgeprodukte flexible Beitragsmöglichkeiten bieten.

Warum ist Altersvorsorge für Selbstständige besonders wichtig?

Eine bessere Absicherung für Selbstständige im Alter steht seit Jahren auf der politischen Agenda. Die Coronakrise vor einigen Jahren hatte den Handlungsbedarf nochmals verdeutlicht: Für viele Freiberufler und Unternehmer wurde spürbar, wie gravierend eine fehlende Absicherung im Ruhestand sein kann.

Doch unabhängig von politischen Entwicklungen gilt: Es ist ratsam, sich frühzeitig – am besten direkt mit dem Start in die Selbstständigkeit – mit der finanziellen Absicherung für das Alter auseinanderzusetzen. Die Rentenplanung sollte automatisch Teil der Betriebsplanung sein. Auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen sollten laufende Rücklagen für den Ruhestand nicht als Erstes gestrichen werden.

Welche Möglichkeiten der Altersvorsorge gibt es für Selbstständige?

Selbstständige haben keine gesetzliche Pflichtversicherung, die automatisch für sie einzahlt. Dafür stehen ihnen verschiedene Vorsorgebausteine zur Verfügung, die sich individuell kombinieren lassen.

Basis-Rente (Rürup-Rente)

Die Basis-Rente – auch Rürup-Rente genannt – wurde 2005 speziell für Selbstständige konzipiert. Sie ist das privatwirtschaftliche Pendant zur gesetzlichen Rentenversicherung. Die Beitragshöhe legen Sparerinnen und Sparer selbst fest; gezahlt werden kann monatlich, jährlich oder als Einmalbeitrag. Erhältlich ist sie als klassische oder fondsgebundene Variante sowie als Hybridmodell mit oder ohne Beitragsgarantie.

Die Leistung richtet sich nach dem eingezahlten bzw. zum Rentenbeginn verfügbaren Kapital und wird als lebenslange monatliche Rente ausgezahlt. Ein wesentlicher Vorteil: Beiträge zur Basis-Rente können als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Seit 2025 sind die Beiträge bis zum gesetzlichen Höchstbetrag vollständig absetzbar. Im Gegenzug wird die spätere Rente nachgelagert besteuert .

Tipp: Die Basis-Rente lässt sich mit einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) kombinieren. Das Finanzamt akzeptiert in diesem Fall sowohl den Renten- als auch den BUZ-Beitrag als Sonderausgabe.

Private Rentenversicherung

Neben der Basis-Rente können Selbstständige auch eine private Rentenversicherung abschließen. Im Unterschied zur Basis-Rente können Versicherte dabei zwischen einer lebenslangen monatlichen Rente und einer Kapitalauszahlung am Laufzeitende wählen.

Die Beiträge sind steuerlich nicht als Sonderausgaben abziehbar. Dafür wird die spätere Auszahlung günstiger besteuert: Es fällt lediglich ein altersabhängiger Ertragsanteil an. Wer beispielsweise mit 67 Jahren in den Ruhestand wechselt, muss nur 17 Prozent der lebenslangen Privatrente als Ertragsanteil versteuern. Die private Rentenversicherung ist in verschiedenen Varianten erhältlich – von klassisch bis fondsgebunden – und lässt sich so an unterschiedliche Risikoprofile anpassen.

Riester-Rente

In bestimmten Fällen können auch Freiberufler und Selbstständige eine staatlich geförderte Riester-Rente abschließen. Das gilt zum Beispiel für Personen, die über die Künstlersozialkasse Pflichtbeiträge an die gesetzliche Rentenversicherung entrichten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mittelbar über den Ehepartner zu riestern – sofern dieser über einen eigenen Riester-Vertrag verfügt.

Unser Tipp: Lassen Sie Ihre Altersvorsorge individuell planen

Selbstständige stehen bei der Altersvorsorge vor besonderen Herausforderungen – von schwankenden Einkommen bis hin zu komplexen steuerlichen Fragen. Ihre MLP Beraterin oder Ihr MLP Berater entwickelt gemeinsam mit Ihnen ein individuell passendes Vorsorgekonzept, das Sicherheit und Flexibilität verbindet.

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Worauf sollten Selbstständige bei der Altersvorsorge achten?

Flexibilität der Beiträge sicherstellen

Anders als Angestellte mit regelmäßigem Gehalt planen Selbstständige oft mit schwankendem Einkommen. Umso wichtiger ist es, dass Vorsorgeprodukte flexible Beitragsmöglichkeiten bieten: Im Idealfall erlauben die Versicherungsbedingungen außerplanmäßige Zuzahlungen in einkommensstarken Phasen und Beitragspausen oder -senkungen in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten. Genau auf solche Punkte achten Ihre MLP Beraterin oder Ihr MLP Berater, wenn sie gemeinsam mit Ihnen ein individuell passendes Vorsorgekonzept zusammenstellen.

Steuerliche Aspekte im Blick behalten

Je nach gewählter Vorsorgeform unterscheiden sich die steuerlichen Auswirkungen erheblich. Während Beiträge zur Basis-Rente als Sonderausgaben abziehbar sind, bietet die private Rentenversicherung im Alter eine günstigere Besteuerung durch den Ertragsanteil. Auf welche Kombination Sie setzen, sollten Sie gemeinsam mit einer Fachperson prüfen.

Clever vorsorgen als Selbstständiger

Möchten Sie Ihre Altersvorsorge als Selbstständiger auf ein solides Fundament stellen, ist der richtige Mix entscheidend. Das MLP Vorsorgekonzept können Sie gemeinsam mit Ihrer MLP Beraterin oder Ihrem MLP Berater entwickeln. Vereinbaren Sie noch heute Ihren persönlichen Termin.

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Fazit: So legen Sie als Selbstständiger erfolgreich für das Alter vor

Selbstständige tragen die Verantwortung für ihre Altersvorsorge selbst – das macht eine frühzeitige und durchdachte Rentenplanung umso wichtiger. Mit der richtigen Kombination aus Basis-Rente, privater Rentenversicherung und gegebenenfalls Riester-Rente lässt sich eine solide finanzielle Grundlage für den Ruhestand aufbauen.

Entscheidend ist dabei nicht nur die Wahl der passenden Vorsorgeprodukte, sondern auch deren Flexibilität: Beiträge sollten sich an das schwankende Einkommen anpassen lassen. Nutzen Sie steuerliche Vorteile konsequent und prüfen Sie regelmäßig, ob Ihr Vorsorgekonzept noch zu Ihrer Lebenssituation passt. Ihre MLP Beraterin oder Ihr MLP Berater unterstützt Sie dabei – von der ersten Analyse bis zur laufenden Anpassung Ihrer Strategie.

Häufige Fragen zur Altersvorsorge für Selbstständige

Selbstständige können verschiedene Vorsorgebausteine kombinieren: Die Basis-Rente (Rürup-Rente) ist speziell für diese Zielgruppe konzipiert und bietet steuerliche Vorteile. Ergänzend eignet sich eine private Rentenversicherung, die mehr Flexibilität bei der Auszahlung bietet. Je nach persönlicher Situation kann auch die Riester-Rente eine Option sein. Eine individuelle Beratung hilft, die passende Strategie zu finden.

Ja. Beiträge zur Basis-Rente können als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden – seit 2025 in voller Höhe bis zum gesetzlichen Höchstbetrag. Im Gegenzug wird die spätere Rente nachgelagert besteuert. Der steuerpflichtige Anteil steigt jährlich und erreicht ab 2040 hundert Prozent.

Nicht automatisch. Nur bestimmte Gruppen – etwa Selbstständige, die über die Künstlersozialkasse in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen – sind unmittelbar förderberechtigt. Mittelbar können Selbstständige jedoch über einen riester-berechtigten Ehepartner von den staatlichen Zulagen profitieren.

Das hängt von der Tätigkeit ab. Einige Berufsgruppen – wie Handwerker, Lehrkräfte und Erzieher in selbstständiger Tätigkeit oder Hebammen – sind gesetzlich zur Einzahlung verpflichtet. Die meisten anderen Selbstständigen sind hingegen nicht pflichtversichert und müssen eigenverantwortlich für ihre Altersvorsorge sorgen.

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