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Datum
16.10.2018

Was die Rentenpläne der Regierung bedeuten

Die Koalition hat kürzlich ein neues Rentenpaket vorgelegt – Entlastung erfahren aber vor allem ältere Arbeitnehmer, die kurz vor der Rente stehen. Privat ergänzend vorzusorgen bleibt daher unverzichtbar.

Rentenreform (Hero-Images / GettyImages)

Die Rente steht nach wie vor ganz weit oben auf der To-Do-Liste der Bundesregierung. Es besteht dringend Handlungsbedarf angesichts der demografischen Entwicklung: Die Rentenbezugszeiten werden auf der einen Seite immer länger, diejenigen aber, die in das Rentensystem einzahlen, zugleich immer weniger. Auch wenn momentan der solide Arbeitsmarkt und die damit verbundenen gestiegenen Beitragseinnahmen für eine gute finanzielle Lage der gesetzlichen Rentenversicherung sorgen – die alternde Gesellschaft wird zunehmend Druck auf die Rentenkasse ausüben.

Knappe Rente im Alter

Erst kürzlich hat sich die Koalition nun auf ein neues Rentenpaket verständigt. Doch das Allheilmittel ist dabei wie erwartet nicht entstanden. Fakt ist: „Ohne ergänzende private Vorsorge wird es auch künftig nicht gelingen, den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten“, ist Miriam Michelsen, Leiterin Vorsorge und Krankenversicherung bei MLP überzeugt.

Das Wichtigste zum Rentenpaket in drei Fragen:

Das wichtigste Ziel der Koalition ist, das Rentenniveau dauerhaft stabil zu halten. Dies soll mithilfe einer sogenannten doppelten Haltelinie gelingen. Eine Rentengarantie soll sicherstellen, dass das Rentenniveau bis 2025 auf dem heutigen Stand von 48 Prozent gehalten wird. Zugleich sollen die Beiträge bis dahin nicht über 20 Prozent des Bruttoverdienstes bzw. der Bemessungsgrenze steigen. Aktuell betragen sie 18,6 Prozent und sollen diese Marke bis 2025 nicht unterschreiten. Um die Beiträge zu stabilisieren, will die Bundesregierung zugleich einen milliardenschweren Rentenfonds schaffen. Darüber hinaus enthält das Rentenpaket Ausweitungen bei der Mütter- und bei der Erwerbsminderungsrente sowie neue Regelungen für die Entlastung von Geringverdienern. Alle Anpassungen sollen bis 2025 mit knapp 32 Milliarden Euro zu Buche schlagen.

Die Kritik setzt vor allem daran an, dass die Koalition an den falschen Stellschrauben dreht. So sei das allgemeine Rentenniveau wenig aussagekräftig bei der Frage, welche Rente der Einzelne einmal erhalten werden – unter anderem, weil aufgrund gebrochener Erwerbsbiographien viele Beschäftigte die geforderten 45 Beitragsjahre für die abschlagsfreie Rente gar nicht erreichen. Der Chef des Münchner Ifo-Instituts Clemens Fuest sieht vor allem die Ausweitung der Mütterente kritisch. „Das ist eindeutig keine Maßnahme gegen Altersarmut, sondern eine Umverteilung zugunsten von Müttern und zulasten von Beitragszahlern und Steuerzahlern.“ Ähnliches äußerte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln: Das Gros der Maßnahmen sei nicht geeignet, um treffsichere Armutsprävention zu betreiben. Alles, was jetzt draufgesattelt werde, müssten jüngere Beitrags- und Steuerzahler zusätzlich zahlen. Mit anderen Worten: Das Kernproblem bleibt erhalten.

Möglicherweise können die Rentenpläne der Regierung die Angst vor Altersarmut ein wenig eindämmen. Dennoch zeichnet sich mehr und mehr ab, dass private Altersvorsorge für viele Arbeitnehmer längst unverzichtbar ist. Auch Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, hält eine stärkere private Vorsorge für unerlässlich: „Da sollte sich der Staat nicht aus der Verantwortung ziehen, sondern Anreize setzen.“ Die private Vorsorge ist nicht nur wichtig wegen der Höhe der Bezüge im Alter, sondern auch mit Blick auf den Eintritt in den Ruhestand. Denn Experten bezweifeln, dass das Renteneintrittsalter bei 67 bleiben kann. „Eine ergänzende Vorsorge hilft also insgesamt, den Ruhestand flexibler und individueller zu planen“, gibt Miriam Michelsen zu Bedenken.

Besonders geeignet sind private Rentenversicherungen. Im Gegensatz zu reinen Geldanlagen, die vorrangig zum Vermögensaufbau dienen, beispielsweise über Fonds, ist das Sparpolster von Versicherungen nicht irgendwann aufgebraucht. Sie leisten im Rahmen des Versichertenkollektivs Monat für Monat ein Leben lang – egal, wie alt der Versicherungsnehmer werden sollte. Dabei ist bei langfristigen Sparprozessen wie zur Alterssicherung ein ausgewogener Mix aus verschiedenen Produkten und mit verschiedenen Risikoklassen empfehlenswert. „Wie die Lösung im Einzelfall aussehen kann, ermitteln unsere Berater gemeinsam mit ihren Kunden“, sagt Michelsen.