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Kontaktlos zahlen statt Schlange stehen

Kaufhaus, Restaurant oder U-Bahn-Ticket: Immer mehr Verbraucher möchten schnell und bequem per Funkchip zahlen. Wie es funktioniert – und welches System sich besonders eignet.

Kontaktlos zahlen (dpa - Composing MLP)

18:30 Uhr Abends, irgendwo in Deutschland: Auf dem Nachhauseweg schnell im Supermarkt in der Nähe noch eine Flasche Wasser, Brot oder Käse einkaufen. Doch dann an den Kassen meterlange Schlangen mit prall gefüllten Einkaufswägen. Nur an einem Kassenterminal geht es deutlich schneller voran, weil sich hier die Einkäufe im Vorbeigehen kontaktlos per Kreditkarte bezahlen lassen …

Immer mehr Menschen sind aufgrund von Erlebnissen wie diesen die Vorteile moderner Zahlverfahren bewusst, besonders bei alltäglichen Bezahlvorgängen. Vor allem Jüngere unter 30 Jahren sehen laut einer aktuellen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im kontaktlosen Bezahlen die Zukunft: Rund 63 Prozent würden gerne mit ihrer Geld- oder Kreditkarte kleinere Beträge noch schneller und einfacher überweisen.

Und so funktioniert es: Beim kontaktlosen Bezahlen wird die Karte im Abstand von maximal vier Zentimetern kurz an ein dafür vorgesehenes Empfangsgerät gehalten. Der Bezahlvorgang benötigt ungefähr eine Sekunde – und wird optisch sowie akustisch bestätigt. „Bei dieser ’Tap&Go’-Technologie muss die Karte nicht aus der Hand gegeben werden. Die Gefahr eines Missbrauchs durch das Auslesen des Magnetstreifens und die anschließende Erstellung eines Duplikats wird dadurch ausgeschlossen“, sagt Carsten Soßna, Leiter Konto und Wertpapierabwicklung bei MLP.

Komfort und Kontrolle mit Tap&Go

Ein entsprechendes Verfahren, das auch international schon seit Längerem zur Verfügung steht, ist die Kontaktlos-Bezahl-Funktion von Mastercard. Damit können grundsätzlich alle Beträge kontaktlos bezahlt werden. Beträge bis zu 25 Euro sind schneller bezahlbar, da keine Unterschrift oder PIN erforderlich sind. Höhere Beträge bedürfen einer zusätzlichen Authentifizierung durch den Karteninhaber. Bei Verlust der Karte muss diese wie üblich gesperrt werden. Zusätzlich greifen weitere Sicherheitssysteme im Hintergrund, die beispielsweise Transaktionen verfolgen und analysieren. Die Kartenchips müssen vor dem Einkauf nicht aufgeladen werden, da die Abrechnung direkt über das jeweilige Kartenkonto erfolgt. Dort kann der Kunde jede einzelne Transaktion einsehen.

MLP ist Vorreiter

MLP setzt die Kontaktlos-Bezahl-Technologie bei Kreditkarten bereits seit 2011 ein. „Das Verfahren hat sich mit seinem hohen Sicherheitsstandard auch im Ausland bewährt“, sagt Carsten Soßna. „Für unsere Kunden, die beruflich oder privat viel in anderen Ländern unterwegs sind, ist zudem die Verbreitung wichtig.“ Insgesamt wird diese Funktion bislang in über 40 Ländern an rund 700.000 Stellen akzeptiert, es gibt bereits mehr als 100 Millionen Karten. In Deutschland sind seit der Einführung 2011 mehr als 1,4 Millionen Mastercard-Karten mit der Technologie versehen.

Bei anderen Verfahren bietet sich mitunter ein eingeschränkteres Leistungsspektrum. Beispielsweise sind beim im Sommer 2012 eingeführten Girogo Höchstbeträge von 20 Euro pro Vorgang dann kontaktlos bezahlbar, wenn die Karte vorher ausreichend aufgeladen wurde. Bei Verlust der Karte wird das auf maximal 200 Euro beschränkte Guthaben nicht ersetzt. Das auf dem Chip aktuell gespeicherte Guthaben ist erst am Kassenterminal einsehbar. Zudem sind die Bezahlvorgänge nicht auf den Kontoauszügen ersichtlich. Girogo ist lediglich deutschlandweit verfügbar – anders als Mastercard Kontaktlos, das auch international nutzbar ist.