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„Man muss besessen sein von seiner Idee!“

Start-up-Investor und bekannt aus der TV-Show: „Die Höhle der Löwen”: Frank Thelen über das Gründergen, den unbedingten Glauben an sich – und was erfolgreiche Geschäftsmodelle auszeichnet.

Frank Thelen

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gründung?

Dass man wirklich besessen ist von seiner Idee. Man muss seine Lösung oder sein Produkt – komme, was wolle – auf den Markt bringen wollen. Wer einfach gründet, um des Gründens willen oder weil es en vogue ist, wird zu 99 Prozent scheitern. Viele unterschätzen, was es bedeutet, ein Unternehmen aufzubauen. Gründen ist der härteste Job der Welt.

Inwiefern?

Weil du umfassend gefordert bist, ohne wirklich dafür ausgebildet zu sein. Du musst das Produkt und den Markt verstehen, Mitarbeiter dazu motivieren, die Nächte mit dir durchzuarbeiten. Außerdem musst du mit Steuer- und Rechtsthemen umgehen können, dich in Kennzahlen und Finanzierungen auskennen, Visionen festlegen, die Kunden begeistern und den Support aufbauen. Du bist einfach für alles verantwortlich. Das erzeugt einen unfassbaren Druck.

Woran erkennen Sie ein gutes Geschäftsmodell?

Ich bin Risikokapitalgeber und daher auf der Suche nach Unternehmen, deren Bewertung sich perspektivisch stark steigern lässt. Damit habe ich natürlich andere Gründer im Blick als zum Beispiel die Betreiber eines kleinen, feinen Restaurants, die in erster Linie den Lebensunterhalt ihrer Familie sichern wollen. Für mich als Venture-Capital-Investor gehört zu einem guten Geschäftsmodell, dass es skalierbar ist. Das heißt, der Umsatz lässt sich bestenfalls exponentiell steigern – und das Produkt ist internationalisierbar. Außerdem muss ein starkes Gründungsteam hinter dem Modell stehen, das einen Wettbewerbsvorteil mitbringt. Es kennt zum Beispiel den Markt aus irgendwelchen Gründen besser als andere oder hat eine spezielle Technologie. Und schließlich muss ich spüren, dass die Leute ihre Idee unbedingt umsetzen und sich von nichts irritieren lassen wollen.

Sind die Rahmenbedingungen für Gründer in Deutschland besser geworden?

Definitiv. Wir haben in Deutschland so viel Wagniskapital wie noch nie. Es gibt deutlich mehr Berater, die wirklich Ahnung haben und mehr Mitarbeiter, die das Arbeiten in einem Start-up verstehen. Alles in allem gab es nie eine bessere Unterstützung für Gründer als heute.

Ist Gründen eigentlich erlernbar – oder braucht man so etwas wie ein Gründergen?

Wie funktionieren Märkte, wie funktioniert ein Produkt, wie finanziere ich meine Idee... So etwas ist erlernbar. Aber Gründer zu sein, das ist einem meiner Meinung nach in die Wiege gelegt. Die Idee und der unbedingte Glaube daran müssen über allem stehen – sehr oft auch über Familie, Freunden oder Freizeit.

Sie selbst haben mit 18 Jahren Ihr erstes Unternehmen gegründet und sind gescheitert. Sie standen sogar kurz vor der Privatinsolvenz. Warum haben Sie dennoch weitergemacht?

Vermutlich eben wegen dieses Gens. Als echter Gründer geht man einfach aus seinem Instinkt heraus Risiken ein, die man rein mathematisch nicht berechnen kann. Eigentlich hätte ich mir damals eine Festanstellung suchen und einen strukturierten Plan machen müssen, wie ich am sichersten meine Schulden abbaue. Ich habe aber aus Intuition wieder gegründet. Analytisch betrachtet, war das vermutlich ein eher verrückter Weg.

Kurzvita:

Frank Thelen , 41, finanziert und unterstützt mit seiner Firma e42 technologie- und designgetriebene Jungunternehmer bei den Anfängen ihrer eigenen Firma. Thelen selbst gründete zuvor mehrere eigene Softwarefirmen. In der TV-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ tritt der Bonner als einer von fünf Juroren auf. Seit mehr als 15 Jahren ist er Kunde von MLP.

Gründern den Start erleichtern

Das MLP Gründerzentrum Dresden ist seit Kurzem Anlaufstelle für junge Unternehmer. Bis zu zehn Start-ups können hier mietfrei die gut ausgestatteten Büroräume nutzen. Erfahrene Coaches stehen beratend zur Seite, wenn es um die Themen Gründung, Finanzierung und Versicherungen geht. Außerdem finden regelmäßige Ideen-Scoutings und Netzwerkveranstaltungen statt.